Ein Befreiungsschlag und eine Verpflichtung an die Zukunft zugleich: Die Beteiligungsgesellschaft KAP hat sich kurz vor dem Auslaufen des 2022 aufgesetzten Konsortialkredits mit den finanzierenden Banken über eine Verlängerung der Vereinbarungen bis Ende März 2029 geeinigt. Dabei geht es um ein Volumen von in Summe immerhin 96,0 Mio. Euro. Die Verzinsung liegt bei EURIBOR zuzüglich 4,50 Prozent. Zum Vergleich: Der vor vier Jahren ausgehandelte Vertrag sah Margen zwischen 1,80 und 2,85 Prozent über EURIBOR vor. Die Risikoprämie ist also nochmals deutlich angestiegen. Alles andere hätte jedoch auch gewundert.
Nun: Die Lichter gehen bei KAP damit also erstmal nicht aus und das zuvor aufgesetzte Sanierungsgutachten kann in die Tat umgesetzt werden (siehe dazu auch unseren Beitrag HIER). Entsprechend groß auch der Hüpfer des KAP-Aktienkurses um 111 Prozent auf 2,96 Euro. In absoluten Zahlen entspricht das einem Zugewinn an Marktkapitalisierung von gut 12 Mio. Euro. Eine klassische Erleichterungsrally, die es aber in den kommenden Monaten erst einmal zu untermauern gilt. „Das Gutachten bestätigt die Notwendigkeit, unsere Geschäftsbereiche und Kostenstrukturen kritisch zu überprüfen. Auf dieser Basis arbeiten wir daran, die Voraussetzungen für eine nachhaltige Stabilisierung und perspektivische Verbesserung der Ertragskraft in unseren Kernsegmenten zu schaffen“, sagt Vorstandssprecher Marten Julius. So müssen sich Anleger darauf einstellen, dass KAP Vermögenswerte veräußern wird, um so an die nötige Liquidität für eine vorgesehene Sondertilgung des Konsortialkredits zu kommen.
Zudem wird auch künftig jeder Stein im Verbund umgedreht, um mögliche Entlastungspotenziale freizusetzen – all das eingebettet in einen Lenkungsausschuss unter Führung eines Restrukturierungsvorstands. Bereits am 28. April 2026 folgt das nächste Update in Form des Geschäftsberichts für 2025. Das werden Anleger sehen, wie sehr die avisierten Sonderabschreibungen im unteren bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag das Eigenkapital haben weiter abschmelzen lassen. Da kommen die neuerlichen Gefahren für die Konjunktur durch den Krieg im Iran und die Verwicklungen von Israel in diesen Konflikt zur Unzeit. Immerhin ist der zum KAP-Verbund gehörende Swimmingpool-Folienhersteller HaogenPlast Group in Israel ansässig.
Aber klar: Grundsätzlich ist die Kredit-Einigung für KAP zunächst einmal eine wirklich gute Neuigkeit. Zumindest ergibt sich für investierte Anleger nun eine Perspektive, die es überhaupt rechtfertigt, in dem Titel engagiert zu bleiben. Was von KAP in der heutigen Form am Ende aber tatsächlich übrigbleibt, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Insofern bleibt der Titel ein riskantes Investment mit einem hochvolatilen Kursverlauf.
INVESTOR-INFORMATION
©boersengefluester.de
KAP
WKN
ISIN
Legal Type
Marketcap
IPO
Recommendation
Located
620840
DE0006208408
AG
22,99 Mio €
15.05.1987
Beoabchten
The most important financial data at a glance
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Sales1
322,66
345,62
433,47
285,60
252,50
241,40
0,00
EBITDA1,2
34,14
56,58
43,51
56,63
16,34
14,00
0,00
EBITDA-margin %3
10,58
16,37
10,04
19,83
6,47
5,80
0,00
EBIT1,4
4,18
31,43
6,63
3,51
-26,38
-7,00
0,00
EBIT-margin %5
1,30
9,09
1,53
1,23
-10,45
-2,90
0,00
Net profit1
-2,68
39,86
-1,69
-0,11
-45,65
-40,00
0,00
Net-margin %6
-0,83
11,53
-0,39
-0,04
-18,08
-16,57
0,00
Cashflow1,7
55,21
8,31
16,89
18,52
16,75
11,00
0,00
Earnings per share8
-0,35
5,14
-0,22
-0,02
-5,88
-5,15
-0,12
Dividend per share8
1,75
1,00
1,50
0,00
0,00
0,00
0,00
Foto: Freepik
