Deutlich mehr als zehn Unternehmen – von A.S. Création Tapeten bis Wüstenrot & Württembergische (W&W) – haben im laufenden Jahr bereits ein Downlisting vom Geregelten Markt in ein qualifiziertes Freiverkehrsegment wie den Frankfurter Scale angekündigt bzw. umgesetzt. Formaler Auslöser der Wechselwelle ist das Anfang Februar 2026 beschlossene Standortfördergesetz (StaFöG), wonach bei einem solchen Schritt das bislang obligatorische Barangebot an die außenstehenden Aktionäre entfällt. Als entscheidenden Vorteil werten die meisten Unternehmen den deutlich geringeren regulatorischen und administrativen Aufwand. Dafür nehmen sie dann auch die tendenziell geringere Reputation des Scale bei institutionellen Investoren in Kauf.
„Ein Downlisting ist kein Rückzug vom Kapitalmarkt. Es ist zumeist gelebte finanzielle Vernunft“, sagt Holger Clemens Hinz, der Leiter des Kapitalmarktgeschäfts der Quirin Privatbank, via LinkedIn in seinem lesenswerten Beitrag (HIER) zu dem Thema. Insofern ist boersengefluester.de nicht wirklich überrascht, dass mit der operativ in Rostock ansässigen H2APEX Group nun ein weiteres Unternehmen seine Downlisting-Ambitionen Richtung Scale kommuniziert hat. Die im Wasserstoffbereich tätige H2APEX Group hat loyale Ankeraktionäre, die ihr Investment mit Sicherheit nicht von den weniger ausgeprägten Publizitätsvorschriften des Spezialfreiverkehrs abhängig machen. Dafür sind die Investoren viel zu an dem Thema dran.
Letztlich handelt es sich um eine ökonomische Abwägung: „Nach Einschätzung der Geschäftsleitung stehen die mit der bisherigen Notierung im Regulierten Markt verbundenen regulatorischen Anforderungen und Kosten für ein Unternehmen der Größenordnung der Gesellschaft nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zu den damit verbundenen Vorteilen. Der Wechsel in das Scale-Segment soll die Gesellschaft administrativ entlasten und es ihr ermöglichen, Ressourcen verstärkt auf das operative Geschäft zu konzentrieren“, betont die H2APEX Group.
The most important financial data at a glance
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Sales1
45,45
0,62
3,85
15,30
29,57
9,97
15,00
EBITDA1,2
7,80
2,12
-9,20
-16,92
-16,36
-27,87
-8,00
EBITDA-margin %3
17,16
341,94
-238,96
-110,59
-55,33
-279,69
-53,33
EBIT1,4
4,35
-1,14
-10,50
-22,15
-25,56
-31,05
-12,00
EBIT-margin %5
9,57
-183,87
-272,73
-144,77
-86,44
-311,55
-80,00
Net profit1
3,11
87,05
-12,95
-24,64
-27,82
-33,77
-14,00
Net-margin %6
6,84
14.040,32
-336,36
-161,05
-94,08
-338,93
-93,33
Cashflow1,7
7,45
4,08
-15,28
-14,81
-18,45
-38,26
-18,00
Earnings per share8
0,16
4,34
-0,65
-0,69
-0,77
-0,80
-0,28
Dividend per share8
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
Nun: Auch boersengefluester.de wird weiter regelmäßig über die fundamentale Entwicklung berichten. Zuletzt gab es ein Update von uns (HIER) zu den Halbjahreszahlen 2026 und der Präsentation von CFO Bert Althaus auf der Herbstkonferenz in Frankfurt. Neben den großen Basisaktivitäten in Lubmin zum Ausbau der Wasserstoffkapazitäten interessiert sich der Kapitalmarkt zunehmend für die in der Tochter Akros angedockten Speicherlösungen auf Salzbasis. „Wir haben eine Lösung für die dezentrale Versorgung unserer Kunden. Also dort, wo wir nicht einspeichern können“, sagt Althaus auf der Herbstkonferenz. Schließlich lässt sich mit Wasserstoff angereichertes Salz via Massengutfrachter oder Lebensmitteltanker auch kosteneffizient transportieren.
Tatsächlich könnte dieser Punkt der vielzitierte Gamechanger werden. Keine Frage: Die H2APEX-Aktie ist ein klassischer Hotstock. Den avisierten Wechsel vom Prime Standard in den Scale sehen wir in diesem Fall aber als sinnvoll an. Der Börsenwert beträgt etwas mehr als 58 Mio. Euro. Größter Anteilseigner ist Active Ownership mit einem Anteil von 48,4 Prozent. Dem Streubesitz sind etwa 18,9 Prozent zuzurechnen.
INVESTOR-INFORMATION
©boersengefluester.de
H2APEX Group
WKN
ISIN
Legal Type
Marketcap
IPO
Recommendation
Located
A0YF5P
LU0472835155
SCA
58,18 Mio €
27.07.2011
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