Serviceware: Der große Unterschied

Bei seiner Präsentation der Eckdaten für das Geschäftsjahr 2024/25 von Serviceware verwendet CFO Harald Popp viel Zeit für seine Sichtweise zur aktuellen Börsendiskussion, wonach Künstliche Intelligenz (KI) zur größten Gefahr für Software-Unternehmen wird. Aber natürlich geht es auch um die aktuellen Zahlen und den Ausblick.
Monday, 23 Feb 2026
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Serviceware

WKN: A2G8X3
ISIN: DE000A2G8X31
Price Snapshot

14,65 €

(+1.38%)

Das musste jetzt einfach raus. Bei seiner Präsentation der Eckdaten für das Geschäftsjahr 2024/25 (30. November) von Serviceware verwendet CFO Harald Popp viel Zeit für seine Sichtweise zur aktuellen Börsendiskussion, wonach Künstliche Intelligenz (KI) zur größten Gefahr für Software-Unternehmen wird. „Viel von dem, was geschrieben wird, ist faktisch falsch“, sagt Popp. Im Kern der aktuellen Verwerfungen bei den Aktienkursen von Softwareanbietern geht es nämlich gar nicht um das vermeintliche Duell „KI vs. Software“. Eigentlich relevant ist vielmehr die Gegenüberstellung von „traditioneller Software“ zu „KI-nativer Software“ – also Anwendungen, die von Grund auf mit künstlicher Intelligenz als Kernkomponente entwickelt wurden, anstatt KI lediglich als nachträgliche Erweiterung in bestehende Software zu integrieren.


Und genau diese entscheidende Hausaufgabe hat Serviceware mit seiner komplett neu aufgesetzten Softwareplattform für die Digitalisierung von Serviceprozessen sowie das Kostencontrolling von Unternehmen bereits erledigt. Entsprechend steht für Popp fest: „Wir werden zu den Gewinnern der Künstlichen Intelligenz gehören.“ Tatsächlich könnten sich für Serviceware sogar Opportunitäten daraus ergeben, dass kleinere Softwarefirmen den Kraftakt hin zu KI-nativer Software nicht mehr schultern können. Spannend zudem die sich ändernden Preismodelle für die Nutzung der Software: So hat Serviceware kürzlich den Auftrag von einem großen Versicherer gewonnen und den Preis für das Softwarepaket am direkten Nutzen und am Wert für den Kunden festgemacht. Entsprechend stuft Popp KI als Differenzierungsfaktor und Beschleuniger ein.


Kursentwicklung 1 Jahr
Serviceware Kurs: 14,45


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The most important financial data at a glance
  2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
Sales1 72,44 81,28 83,18 91,53 103,29 115,33 129,00
EBITDA1,2 1,79 2,19 -1,63 0,17 3,23 5,08 8,00
EBITDA-margin %3 2,47 2,69 -1,96 0,19 3,13 4,42 6,20
EBIT1,4 -1,61 -1,27 -5,85 -3,98 -0,32 0,98 4,10
EBIT-margin %5 -2,22 -1,56 -7,03 -4,35 -0,31 0,87 3,18
Net profit1 -1,57 -2,00 -3,96 -3,94 -0,07 1,80 3,40
Net-margin %6 -2,17 -2,46 -4,76 -4,31 -0,07 1,56 2,64
Cashflow1,7 -0,65 6,01 0,78 1,27 9,89 3,90 5,30
Earnings per share8 -0,15 -0,20 -0,37 -0,38 -0,01 0,17 0,33
Dividend per share8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de and company details


Losgelöst von solch übergeordneten Themen ging es im Call auf der Airtime-Plattform auch um die aktuellen Zahlen. So kam der Umsatz für 2024/25 um 11,7 Prozent auf 115,33 Mio. Euro voran. Hier hatte sich boersengefluester.de einen Tick mehr erwartet, doch das insgesamt deutlich rückläufige klassische Lizenzgeschäft bleibt die große Unbekannte. Dafür machen SaaS- und Serviceumsätze mittlerweile 77,7 Prozent vom gesamten Erlösvolumen aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb mit 0,98 Mio. Euro auch auf Gesamtjahressicht im profitablen Terrain. Unter dem Strich zeigt Serviceware sogar einen Überschuss von 1,80 Mio. Euro – vermutlich durch die Aktivierung von Verlustvorträgen begünstigt. Definitiv Verbesserungspotenzial gibt es hingegen in Sachen Internationalisierung. Hier musste Serviceware durch den Abgang eines Schweizer Großkunden zuletzt sogar einen Rückschlag hinnehmen.


Noch wichtiger ist jedoch, dass das künftige Potenzial aus der Umstellung von Lizenzverkäufen auf SaaS-Modelle noch gar nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung zu sehen ist und noch in der Bilanzposition „Vertragsverbindlichkeiten“ auf der Passivseite schlummert. Sozusagen der Auftragsbestand. Zuletzt waren das immerhin 97,4 Mio. Euro. Die kommenden Jahre versprechen also endlich den erhofften Ergebnisschub, auf den Aktionäre nun schon so lange warten. Das gilt umso mehr, weil die bei dem SaaS-Wachstum typischerweise vorgelagerten Vertriebs- und Partneraufwendungen zunächst auf die Profitabilität drücken und die Rahmenverträge mit den Unternehmen also erst versetzt auf die Rentabilität einzahlen.


Insgesamt bleibt Finanzvorstand Harald Popp – auch wegen der ungewissen Lizenznachfrage – vergleichsweise vage bei der Prognose und stellt erneut ein Umsatzwachstum zwischen 5 und 15 Prozent bei einem signifikanten Anstieg von EBITDA und EBIT in Aussicht. „Unsere Guidance ist darauf ausgerichtet, positiv zu überraschen“, sagt Popp. Intern rechnet das Management demnach durchaus mit einem Wachstum von deutlich mehr als 10 Prozent. Die Analysten von Montega sehen den fairen Wert der Aktie zurzeit bei 25 Euro. Demnach wäre die Kursschwäche der vergangenen Monate eine gute Einstiegsgelegenheit. Den Geschäftsbericht 2024/25 mit allen Kennzahlen legt das Unternehmen am 27. März 2026 vor.


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©boersengefluester.de
Serviceware
WKN ISIN Legal Type Marketcap IPO Recommendation Located
A2G8X3 DE000A2G8X31 SE 151,73 Mio € 20.04.2018 Kaufen
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