Pfisterer Holding: Solide Basis

Um mehr als ein Drittel hat der Aktienkurs von Pfisterer in den vergangenen Monaten korrigiert. Dabei läuft es operativ weiterhin ziemlich rund bei dem Anbieter von Verbindungs- und Isolationslösungen. Wir haben uns den H1-Call angehört.
Thursday, 20 Aug 2026
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Pfisterer Holding

WKN: PFSE25
ISIN: DE000PFSE253
Price Snapshot

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Die vor dem Squeeze-out stehende Aktie der Nürnberger Beteiligungs-AG einmal ausgeklammert: Mit 2G Energy und der Pfisterer Holding bringen es derzeit nur zwei Unternehmen aus dem Frankfurter Spezialfreiverkehrssegment Scale auf einen Börsenwert von mehr als 1.000 Mio. Euro. Dass Pfisterer mit einer Marktkapitalisierung von knapp 1.275 Mio. Euro in diesem Ranking aus unserem Fundamental-Scanner sogar auf Platz 1 liegt, hätte boersengefluester.de so vermutlich gar nicht mal getippt. Grund: Ausgehend vom Mai-Hoch bei 113 Euro hat der Aktienkurs des Herstellers von Verbindungs- und Isolationslösungen für elektrische Leiter zuletzt bis auf weniger als 70 Euro korrigiert.


Damit liegt die Pfisterer-Aktie zwar immer noch signifikant über dem IPO-Preis von 27 Euro vom Mai 2025, die massive Aufwärtsbewegung im Chart hat aber trotzdem einen deutlichen Kratzer bekommen. Auf dem aktuellen Niveau befindet sich die Aktie jedoch in bekanntem Terrain. Immerhin hat der Kurs hier zwischen Anfang Oktober 2025 und Ende März 2026 konsolidiert, ehe es anschließend mit dem Aufzug nach oben in dreistellige Regionen ging. Fundamental hat Pfisterer von Anfang an überzeugt und durchweg starkes Wachstum für Umsatz und Ergebnis vorgelegt. Wenn es überhaupt einen Makel gibt, dann ist es wohl der zum Halbjahr 2026 um 9,4 Prozent auf 262,97 Mio. Euro gesunkene Auftragseingang.




Tatsächlich hängt der Rückgang zu einem wesentlichen Teil an der hohen Vergleichsbasis von 2025, denn sowohl Q1 als auch Q2 2025 kamen für jeweils mehr als 144 Mio. Euro neue Orders in die Bücher – besonders aus dem Nahen & Mittleren Osten. Ein Effekt, den Pfisterer wohl auch im dritten Quartal 2026 zu spüren bekommt. Anderseits spricht das Unternehmen von einer „erwarteten Normalisierung“ und konzentriert sich auf Aufträge mit hoher Qualität und Profitabilität. Losgelöst davon zeigt Pfisterer zum Halbjahr 2026 ein Umsatzplus von 20,2 Prozent auf 256,70 Mio. Euro. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) kam deutlich überproportional dazu, um 43,2 Prozent auf 43,84 Mio. Euro voran. Der operative Cashflow verbesserte sich sehr deutlich von 0,49 auf 18,76 Mio. Euro.


„Wir haben die richtigen Produkte zur richtigen Zeit“, sagt Co-CEO Johannes Linden im H1-Investorencall und spricht von einer sehr soliden Basis zur Weiterentwicklung des Unternehmens. Bis 2030 will der Vorstand Pfisterer in Umsatzregionen zwischen 800 und 900 Mio. Euro führen und dabei eine um Sondereffekte bereinigte EBITDA-Marge im hohen 10-Prozent- bis niedrigen 20-Prozent-Bereich führen. Zur Einordnung: Zum Halbjahr 2026 kommt Pfisterer auf eine adjustierte EBITDA-Marge von 20,4 Prozent, ist also schon gut unterwegs. „Wir erweitern Kapazitäten, investieren in Technologie und stärken unsere internationale Aufstellung“, betont Linden. Gehandelt wird die Pfisterer-Aktie momentan mit einem KGV von knapp 20. Das ist sicher einigermaßen sportlich. Andererseits ist das Unternehmen hochprofitabel und gilt als einer der Gewinner der Energiewende. So gesehen sollte die Marke von 70 Euro eher wieder ein Sprungbrett nach oben sein.



Foto: Magnific

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