Die Bücher für die Kapitalerhöhung von Pentixapharm Holding zu 1,85 Euro sind dem Vernehmen nach mehr oder weniger geschlossen. Kurz zuvor haben CEO Dirk Pleimes und Technologievorstand Eric Merten auf einer von der BankM organisierten Investorenpräsentation nochmals alle Hintergründe und die Investmentstory des im Bereich Radiopharmazeutika tätigen Unternehmens erklärt. Tatsächlich könnte die Ausgangslage des ehemaligen Tochterunternehmens von Eckert & Ziegler interessanter kaum sein – so zumindest der Eindruck von boersengefluester.de.
Worum geht es im Kern? Der mit Abstand wichtigste Produktkandidat von Pentixapharm ist eingebettet in das sogenannte PANDA-Programm zur Diagnose einer speziellen Form des Bluthochdrucks, bei der die Nebennieren zu viel Aldosteron produzieren, für das es kürzlich grünes Licht von der US-Gesundheitsbehörde FDA für den Start der abschließenden Entwicklungsphase III gab. Bis 2028 sollen alle nötigen Patientendaten zur Verfügung stehen, etwa 2030 könnte das Produkt dann auf den Markt kommen. „Vom jetzigen Zeitpunkt ausgehend schätzen wir die Kosten auf grob 40 bis 50 Millionen Euro“, sagt CEO Pleimes. Bis zu 20 Mio. Euro dafür soll die jetzige Kapitalerhöhung in die Kassen spülen. Plan ist es aber nicht, das Produkt selbst zu kommerzialisieren. Vielmehr laufen komplexe Verhandlungen mit strategischen Investoren, die diesen Part dann übernehmen.
Dabei soll der Erlös der jetzigen Kapitalerhöhung die eigene Verhandlungsposition mit den möglichen Vermarktungspartnern in den kommenden Quartalen möglichst vorteilhaft zu gestalten. Die Vorteile der Diagnoseform von Pentixapharm liegen auf der Hand: Um überhaupt die bei den betroffenen Bluthochdruck-Patienten ursächliche Erkrankung der Nebennieren zu diagnostizieren, ist bislang ein invasiver Eingriff – das sogenannte AVS-Verfahren – nötig, der meistens nur in Universitätskliniken überhaupt möglich ist – und auch dort sehr unterschiedliche Erfolgsraten aufweist. „Die Folge ist, dass sich Millionen von Menschen mit einer potenziell heilbaren Erkrankung, bei der eine Operation möglich ist, nicht optimal behandeln lassen“, sagt Pleines.
Die von Pentixapharm entwickelte Herangehensweise ist sehr viel einfacher und damit auch skalierbar, weil sie die weltweit vorhandenen PET/CT-Geräte aus der Nuklearmedizin nutzt. Grob vereinfacht wird den Patienten zunächst das den Aldosteron produzierenden Knoten sichtbar machende Diagnostikum PentixaFor injiziert. Anschließend werden sie in die CT-Röhre geschoben. Je nach Krankheitsbild leuchten die betroffenen Nebennieren dann auf und ermöglichen so eine exakte Diagnose. Für die abschließende Beurteilung der PANDA-Studie nicht ganz unwichtig ist zudem, dass gleichgute Screening-Ergebnisse wie beim AVS-Verfahren als bisherigen Goldstandard wohl ausreichen würden, um die Behörden vom Vorteil zu überzeugen.
Immerhin gibt es unbestreitbare Pluspunkte mit Blick auf die Sicherheit und die Skalierbarkeit des Diagnoseverfahrens. „Die Kamera-Infrastruktur ist enorm gewachsen, wächst weiter und insofern können wir da mit unserem Produkt wie eine Hand in einen Handschuh gleiten“, sagt Eric Merten. Zudem gibt es dem Vernehmen nach keinen Wettbewerber, der ähnlich gut aufgestellt ist wie Pentixapharm. Dabei weist CTO Eric Merten im BankM-Call sogar nochmals darauf hin, dass das Renditepotenzial im Diagnostikbereich mittlerweile deutlich größer ist als gemeinhin angenommen. Last but not least hat Pentixapharm – neben PANDA – noch andere interessante Projekte am Start.
Am relevantesten für den Aktienkurs ist aber klar die jetzt startende Phase III in den USA. Wer sich für den Titel interessiert, sollte sich aber unbedingt bewusst sein, dass es sich um ein sehr risikobehaftetes Investment handelt. Noch fehlen markante Produktumsätze und Studienergebnisse können anders ausgehen als gedacht. Entsprechend volatil auch das Chartbild. Die Analysten von NuWays haben kürzlich die Coverage der Aktie mit einem strammen Kursziel von 7,20 Euro aufgenommen. Die Experten der BankM sehen sogar noch mehr Potenzial. Sofern alle Stücke aus der Kapitalerhöhung platziert werden, beträgt der Börsenwert momentan knapp 70 Mio. Euro.
INVESTOR-INFORMATION
©boersengefluester.de
Pentixapharm Holding
WKN
ISIN
Legal Type
Marketcap
IPO
Recommendation
Located
A40AEG
DE000A40AEG0
AG
69,48 Mio €
03.10.2024
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Foto: Magnific
