Instagram, X und LinkedIn: Für den Hausgebrauch reicht uns das an Social-Media-Kanälen – Klassiker wie YouTube, Spotify und WhatsApp einmal außen vor gelassen. Immer öfter schauen wir aber auch auf die naoo-App, die wir nach einem Hintergrundgespräch mit Gründer und Ankeraktionär Thomas Wolfensberger Ende Januar 2026 auf der Small- und Midcapkonferenz von ODDO BHF in Frankfurt auf unserem Smartphone installiert haben. Hin und wieder posten wir – also boersengfluester.de-Gründer Gereon Kruse – auch ein paar Bilder auf naoo, um das Produkt besser zu verstehen. In den wesentlichen Funktionen deckt sich naoo mit den gängigen Social-Apps wie Instagram, TikTok, Facebook – ist insofern also nichts Besonderes. Auffälliger ist da schon, dass es einen Tick länger dauert als bei den großen US-Plattformen, bis sich die App öffnet. Und natürlich ist auch offensichtlich, dass die Basis von naoo in der Schweiz liegt. Deutsche User tun sich derzeit also eher schwerer damit, Bekannte und Freunde auf naoo zu treffen.
Gut ist auf jeden Fall, dass der Chef persönlich, Thomas Wolfensberger, ebenfalls sehr aktiv auf naoo unterwegs ist. Daher sind wir auch am Ball geblieben. Denn eigentlich wollten wir ja auch wissen, ob Wolfensberger wie angekündigt liefert und naoo auf den Weg der Monetarisierung führt. Und diesbezüglich hat sich im März 2026 via „naoo Business“ tatsächlich einiges verändert: Mit der neuen Version wurde insbesondere die Kartenversion mit kuratierten lokalen Inhalten zu Restaurants, Einkaufsgeschäften oder auch sonstigen Freizeitaktivitäten deutlich ausgeweitet. Das Prinzip dahinter: Gewerbetreibende oder auch Shoppingcenter können ihre Angebote auf naoo promoten und naoo-Nutzern beispielsweise rabattierte Mahlzeiten oder Drinks anbieten. Letztlich also eine Form des lokalen Marketings.
Eingebettet ist das System in ein virtuelles Punkteprogramm. Je aktiver ein User auf naoo ist, desto vorteilhafter. Einziger Haken: Momentan konzentrieren sich die lokalen Empfehlungen auf Zürich. Bei seiner Präsentation auf dem 19. IIF International Investment Forum von GBC und Apaton verrät Thomas Wolfensberger jedoch, dass der Service noch in diesem Jahr auf Berlin als erste deutsche Stadt ausgeweitet werden soll. Weitere Top-Cities aus dem deutschen Sprachraum sollen folgen – genau wie London und später auch einige US-Metropolen. „Wir wollen einen universellen Leitfaden für die geplanten City-Launches entwickeln“, sagt Wolfensberger. Klingt vielversprechend, ist aber wohl auch dringend notwendig, um den Kapitalmarkt vom Geschäftsmodell der Schweizer nachhaltig zu überzeugen. Jedenfalls ist der Aktienkurs bislang ziemlich ernüchternd, obwohl das Team um Wolfensberger so viel Geld in die Weiterentwicklung der App gesteckt hat und mit dem 2025 zugekauften Influencer-Marketingnetzwerk Kingfluencers gute Fortschritte macht und so über einen enormen Hebel verfügt.
Bewertungstechnisch lässt sich die im Düsseldorfer Freiverkehr notierte Aktie noch schwer greifen. Die Marktkapitalisierung beträgt knapp 23,5 Mio. Euro. Der noch für Mai avisierte Jahresbericht für 2025 sollte zeigen, was dem an fundamentalen Eckdaten gegenübersteht. Bislang hieß es, dass bis Ende 2026 die Gewinnschwelle auf EBITDA-Basis ein realistisches Ziel sei. Geeignet ist der Titel nur für sehr risikobereite Investoren. Die Volatilität im Chart ist mitunter doch enorm. Boersengefluester.de verfolgt die Entwicklung auf jeden Fall weiter. Die Idee hinter dem Geschäftsmodell finden wir hochinteressant. Und ja: Die dahinterstehende naoo-App gefällt uns auch zunehmend besser. Wir sind jedenfalls schon gespannt, wann Frankfurt an der Reihe ist.
INVESTOR-INFORMATION
©boersengefluester.de
naoo
WKN
ISIN
Legal Type
Marketcap
IPO
Recommendation
Located
A40NNU
CH1323306329
AG
20,02 Mio €
05.12.2024
Kaufen
Foto:
