Der in den vergangenen Monaten extrem rege Dealflow von Mutares um Zukäufe und Exits von Portfoliounternehmen ist zwar immer ein Barometer für die operative Entwicklung des auf Restrukturierungen spezialisierten Beteiligungsunternehmens. Entscheidend für die nachhaltige Kursbildung im Aktienchart bleiben aber die daraus abgeleiteten fundamentalen Zahlen für Umsatz und Ergebnis. Und hier gibt es gleich eine Besonderheit: Während sonst regelmäßig die Konzernzahlen maßgeblich für die Einschätzung am Kapitalmarkt sind, lohnt bei Mutares auch ein Blick auf die Mutares-Holding, in der die Beratungserlöse und Dividenden der verbundenen Unternehmen einfließen.
Letztlich ist das die maßgebliche Quelle für die Dividendenzahlungen an die Aktionäre des SDAX-Unternehmens. Hier steht für 2025 – insbesondere getrieben durch die hohen Einnahmen aus dem Verkauf der Aktien von Steyr Motors – ein von 108,3 auf 130,4 Mio. Euro verbesserter Jahresüberschuss zu Buche. Die avisierte Basisdividende von 2,00 Euro je Aktie würde dabei für eine Ausschüttungssumme von 42,7 Mio. Euro stehen. Kein Wunder, dass die Analysten bei Mutares Spielraum für eine Bonusdividende sehen. Boersengefluester.de kalkuliert derzeit mit einem Dividendenvorschlag von 2,50 Euro zur Hauptversammlung (HV) am 3. Juli 2026. Bezogen auf den aktuellen Kurs von gut 29 Euro würde dabei allein die Basisdividende für eine Rendite von fast 7 Prozent stehen. Noch wichtiger ist der Blick nach vorn – und hier stellt der Vorstand für 2026 einen Holding-Überschuss von 165 bis 200 Mio. Euro in Aussicht.
Bei den meisten Investoren wird es nun vermutlich bereits Klick machen, denn die Obergrenze von 200 Mio. Euro entspricht bereits dem bislang erst für 2028 in Aussicht gestellten Gewinnziel von Mutares. Zumindest diesbezüglich agieren die Münchner also weit vor ihren Planungen. Woran liegt es also, dass der Aktienkurs von Mutares seit Mitte Januar 2026 konsolidiert? Nun: Viel hängt natürlich an der allgemeinen Marktschwäche im Zuge der globalen Krisenherde. Offiziell hinzugekommen ist nun aber auch ein technisches Problem mit den verpflichtenden Nebenbedingungen der beiden Anleihen 2023/27 (Volumen: 250 Mio. Euro) und 2024/29 (Volumen: 135 Mio. Euro). Derzeit reißt Mutares die vereinbarte Maximalgrenze (1,50 zu 1,00) für das Verhältnis von Konzern-Nettoverschuldung zu Konzern-Eigenkapital. Eine Situation, die es in genau dieser Konstellation bereits zum Jahresende 2024 gab – die dann aber zum 31. März 2025 geheilt wurde.
The most important financial data at a glance
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Sales1
1.583,90
2.504,00
3.751,70
4.689,10
5.261,60
6.500,00
8.300,00
EBITDA1,2
142,70
566,50
181,50
756,90
117,10
733,50
0,00
EBITDA-margin %3
9,01
22,62
4,84
16,14
2,23
11,28
0,00
EBIT1,4
41,20
447,30
-3,10
436,90
-346,80
-350,00
0,00
EBIT-margin %5
2,60
17,86
-0,08
9,32
-6,59
-5,00
0,00
Net profit1
19,70
442,40
-21,00
367,10
-459,90
-450,00
0,00
Net-margin %6
1,24
17,67
-0,56
7,83
-8,74
-6,43
0,00
Cashflow1,7
-43,00
-103,50
-20,80
-27,50
-286,90
0,00
0,00
Earnings per share8
1,78
26,83
-0,32
18,41
-19,10
-21,00
3,10
Dividend per share8
1,50
1,50
1,75
2,25
2,00
2,50
2,50
Momentan geht der Vorstand davon aus, dass die entsprechende Verschuldungskennzahl zum Halbjahresende 2026 wieder eingehalten und signifikant unterschritten wird. Gleichwohl gilt es nun, die nötigen Formalien mit den Gläubigern der Anleihen zu klären, damit diese auf die Einhaltung der Verschuldungskennzahl für die jeweiligen Zeiträume verzichten. Als Kompensationszahlung bietet Mutares 1,5 Prozent des Nominalvolumens an. „Der Vorstand von Mutares ist überzeugt davon, dass eine Zustimmung zu den beschriebenen Anträgen im Rahmen des schriftlichen Verfahrens gegeben wird, und geht mit einer Zustimmung der Anleihegläubiger bis zum 5. April 2026 aus“, heißt es offiziell. Um die Relationen wieder gerade zu rücken, ist zudem geplant, die Anleihen von derzeit in Summe 385 Mio. Euro auf einen Nominalbetrag zwischen 250 und 300 Mio. Euro zu verringern. So sollen ab Anfang April 2026 pro Quartal jeweils mindestens 25 Mio. Euro der Anleihe 2023/27 zurückerworben werden.
Unwichtig ist das Bond-Thema für Aktionäre von Mutares nicht, da Anleihen regelmäßig ein besonders sensibler Risikoanzeiger sind. Dennoch: Für dividendenorientierte Investoren sehen wir in der Aktie weiterhin eine aussichtsreiche Anlage. Dabei sollte klar sein, dass Mutares zu den am intensivsten diskutierten Aktien gehört. Das Geschäftsmodell rund um die Restrukturierung von Unternehmen hat vermutlich so viele Skeptiker wie Fans. Entspreche d dosiert sollte der Depotanteil sein. Für den 28. April 2026 ist die Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2025 angesetzt.
INVESTOR-INFORMATION
©boersengefluester.de
Mutares
WKN
ISIN
Legal Type
Marketcap
IPO
Recommendation
Located
A2NB65
DE000A2NB650
SE & Co. KGaA
621,12 Mio €
10.06.2008
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Foto: Freepik
