Hermle: Dividenden-Aktie für Valuefans

Gemessen an den ursprünglichen Prognosen hat der Fräsmaschinenhersteller Berthold Hermle 2025 viel besser als gedacht abgeschnitten. Auch die Dividende fällt daher unerwartet hoch aus. Das sollte dem Aktienkurs helfen, auch wenn die globale wirtschaftliche Konjunktur angespannt bleibt.
Thursday, 19 Mar 2026
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Company Coverage

Hermle, Berthold VZ

WKN: 605283
ISIN: DE0006052830
Price Snapshot

157,00 €

(-0.63%)

Viel mehr Aufholjagd geht wohl nicht. Als der Vorstand der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG – kurz: Hermle – vor genau einem Jahr seine erste Einschätzung zum erwarteten Jahresverlauf für 2025 kommunizierte, sah es noch nach einem Debakel-Jahr mit Ansage aus. Immerhin befürchtet CFO Günther Beck damals Umsatzeinbußen von unter Umständen mehr als 20 Prozent sowie einen Ergebniseinbruch von mindestens 40 bis hin zu eventuell sogar 90 Prozent. Anlass der Sorgen waren damals die ungewissen Auswirkungen der US-Zollpolitik und die damit verbundenen Belastungen für die Automobilhersteller. Im Sommer 2025 verabschiedete sich der Hersteller von Fräsmaschinen dann zumindest von seinem Worst-Case-Szenario und grenzte das zu erwartende Erlösminus im unteren Bereich auf gut 15 Prozent ein. Für das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) war das aber immer noch gleichbedeutend mit einem Rückgang um vermutlich 40 bis 80 Prozent.


Kurz vor Veröffentlichung des Neun-Monats-Berichts im November 2025 dann die überraschende Wende in Form von „neuen Großaufträgen aus dem Ausland, die teilweise von Unternehmen mit Start-up-Charakter stammen“, wie es damals hieß. Die Konsequenz war eine Umsatzplanung, die in der vorteilhaften Variante sogar in einem leichten Erlösanstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 487,93 Mio. Euro münden könnte. Für das Betriebsergebnis kalkulierte der Vorstand aufgrund der hohen Lohn- und Energiepreise, ungünstigen Währungsverschiebungen sowie der ausufernden bürokratischen Hürden mit einem Rückgang um 25 bis 30 Prozent – nach 85,32 Mio. Euro für 2024.


Als einer der jungen, dynamischen Kunden wird in Nebenwertekreisen regelmäßig das US-Unternehmen Hadrian genannt, das mithilfe von KI-gestützter Automatisierung und modernen Fertigungsanlagen für die Luft- und Raumfahrt, die Verteidigungsindustrie sowie aufstrebende Industriezweige errichtet. Vereinfacht ausgedrückt gehört Hadrian zu den Defence-Technologie-Firmen, deren Ziel es ist, die US-Industrie zu re-industrialisieren (Motto: Make Manufacturing Great Again) und auch zu automatisieren. In den von Hadrian aufgebauten Werken finden sich jedenfalls regelmäßig Aufnahmen von Hermle-Maschinen und auch Kuka-Robotern. Hochgradig spannend – und vom heimischen Kapitalmarkt wohl noch unterschätzt –, was sich hier gerade tut.


Kursentwicklung 1 Jahr
Hermle, Berthold VZ Kurs: 158,00


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The most important financial data at a glance
  2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
Sales1 296,94 375,98 474,07 532,32 487,93 492,00 485,00
EBITDA1,2 64,59 85,89 110,85 127,40 99,79 84,50 87,00
EBITDA-margin %3 21,75 22,84 23,38 23,93 20,45 17,17 17,94
EBIT1,4 54,18 74,60 99,62 115,83 85,32 69,00 73,00
EBIT-margin %5 18,25 19,84 21,01 21,76 17,49 14,02 15,05
Net profit1 40,08 54,91 71,79 87,57 65,92 52,00 54,00
Net-margin %6 13,50 14,61 15,14 16,45 13,51 10,57 11,13
Cashflow1,7 43,19 36,39 90,52 92,05 102,49 73,00 77,00
Earnings per share8 8,06 11,02 14,40 17,55 13,22 10,50 10,80
Dividend per share8 5,05 9,05 11,05 15,05 11,05 9,55 9,55
Quelle: boersengefluester.de and company details


Nun zieht Berthold Hermle eine erste Bilanz für 2025: Demnach kletterte der Umsatz leicht auf rund 492 Mio. Euro. Das EBIT knickte dabei um etwa 19 Prozent auf circa 69 Mio. Euro ein. Für Hermle-Verhältnisse sind das zwar keine übermäßig guten Zahlen, am Ende aber doch deutlich besser als ursprünglich vermutet. Zur Hauptversammlung am 1. Juli 2026 soll eine auf 9,55 Euro (Vorjahr: 11,00 Euro) je Vorzugsaktie reduzierte Dividende auf die Tagesordnung. Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs ergibt sich daraus eine Rendite von immerhin 6,2 Prozent. Ein Wert, der deutlich über dem langfristigen Mittel von zurzeit gut 4,8 Prozent liegt. Nun: Entscheidend für die weitere Performance der Hemle-Aktie wird der Ausblick für das laufende Jahr sein. Ende April steht die Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2025 inklusive Prognose an.


Nicht ganz unwichtig in diesem Zusammenhang ist, dass es mit Wirkung zum 1. November 2026 zu Veränderungen auf der Vorstandsebene kommt. Der bisherige Finanzvorstand Günther Beck scheidet altersbedingt aus. Seinen Posten übernimmt der bisherige Controlling-Chef und Generalvollmächtigte Jürgen Oswald. Zeitgleich wird der bisherige Produktions- und Personalvorstand Benedikt Hermle zum CEO ernannt. Wie immer bei Hermle: Alles sehr ruhig und frühzeitig auf die Schiene gesetzt. Übermäßig weit wird sich der noch amtierende CFO Günther Beck bei seinem Ausblick jedoch kaum aus dem Fenster lehnen. Nun: Langjährige Firmenkenner wissen damit umzugehen, zumal Hermle regelmäßig sehr konservativ plant. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Gesellschaft – nach Abarbeitung der jüngsten Großaufträge – wieder Bremstage und Kurzarbeit fährt. Durchschritten ist die Krise also noch nicht.


Stützen kann sich Hermle auf überdurchschnittlich solide Bilanzrelationen mit einer Eigenkapitalquote von mehr als 70 Prozent sowie einer Netto-Liquidität von zuletzt knapp 140 Mio. Euro. Zur weiteren Einordnung: Unter der Annahme, dass die nicht börsennotierten Stammaktien genauso teuer wären wie die Vorzüge, käme Hermle auf einen Börsenwert von zurzeit knapp 768 Mio. Euro. Nimmt man dagegen einen Aufpreis von 20 Prozent für die mit einem Stimmrecht ausgestatteten Stämme an, käme man auf einen Börsenwert von rund 890 Mio. Euro. Letztlich ist das ein wenig Kaffeesatzleserei. Unbedingt wichtig ist das jedoch trotzdem zu wissen, da auf einigen Finanzportalen lediglich der auf die 1.000.000 umlaufenden Vorzüge entfallende Börsenwert von derzeit 153,5 Mio. Euro als Marktkapitalisierung von Hermle angegeben wird. Unter dem Strich ist die Hermle-Aktie für langfristig orientierte Value-Anleger reserviert. Der Börsenhandel ist überschaubar. Limits sind also Pflicht. 


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INVESTOR-INFORMATION
©boersengefluester.de
Hermle, Berthold VZ
WKN ISIN Legal Type Marketcap IPO Recommendation Located
605283 DE0006052830 AG 790,00 Mio € 10.04.1990 Kaufen
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Foto: Freepik


Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der Geschäftsführer der boersengefluester.de GmbH, Gereon Kruse, hält unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse im Zuge dessen beeinflusst werden könnten: Hermle VZ.

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Gereon Kruse is the founder of the Frankfurt-based financial portal boersengefluester.de and has been a profound expert on capital market topics and data journalism for many years. He specialises in German equities - especially second-line stocks. Gereon Kruse previously worked for the investor magazine BÖRSE ONLINE for 19 years - from 2000 to the beginning of 2013 in the role of deputy editor-in-chief. Tip: On the BGFL subpage References, we regularly present the conferences and other capital market events at which the boersengefluester.de team is currently travelling.

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