Zumindest so viel steht nun fest: Mit dem auf 0,07 Euro je Aktie – also am unteren Ende der Spanne von 0,07 bis 0,21 Euro – festgesetzten Bezugskurs wird sich die Zahl der ausstehenden Aktien der German Tech Holding (GTH) von zuvor 11.400.000 auf 45.600.000 erhöhen. Noch offen ist derweil, wie sich die künftige Aktionärsstruktur darstellt, da die Angebotsfrist noch bis zum Dienstag, 27. Oktober 2026 (24 Uhr), läuft. Zumindest laut der GTH-Meldung vom 22. Oktober warten viele Aktionäre mit einer Entscheidung bis zum Ende der Bezugsfrist – ein in der Tat häufig zu beobachtendes Phänomen bei Kapitalmaßnahmen. Für die finale Höhe des Emissionserlöses aus dem Verkauf der Treasury Stocks ist das Wahlverhalten in diesem Fall sogar egal.
Immerhin hat CEO Christoph Gerlinger über ein Finanzvehikel die Übernahme sämtlicher nicht bezogener Aktien garantiert – sofern der Bezugspreis bei 0,07 Euro festgelegt wird. Und das ist ja nun der Fall. Letztlich ein zweischneidiges Schwert: Zwar schafft die nun wirksam gewordene Backstop-Vereinbarung Planungssicherheit. Andererseits lässt sich der gewählte Bezugskurs auch als Misstrauensvotum der Streubesitzaktionäre interpretieren. Und ja: Die mitunter wilden Kurskapriolen der vergangenen Tage sind selbst für extrem risikofreudige Privatanleger nur schwer auszuhalten. Immerhin schwankte die GTH-Notiz in den vergangenen zehn Tagen allein auf Xetra zwischen 0,19 und 0,06 Euro. Losgelöst davon stellt sich natürlich die Frage, wie weit die Frankfurter mit dem frischen Geld kommen.
Bis zu 50 Prozent der Erlöse von netto rund 2,36 Mio. Euro – also vermutlich etwa 1 Mio. Euro – sollen für den initialen Erwerb einer Beteiligung am Diagnostik-Start-up Zirnostics verwendet werden. Den Rest benötigt GTH zur Finanzierung der laufenden Kosten des Geschäftsbetriebs. Viel Beinfreiheit ist da nicht vorhanden. Von der geplanten Aufstockung bei der auf die Diagnose von Prostatakrebs ausgerichteten Zirnostics ganz zu schweigen. Letztlich ist das Unternehmen also darauf angewiesen, dass es bei den anderen Themen aus den vorherigen Phasen als VC-Gesellschaft und Asset-Manager vorankommt. Da aber genau diese Punkte wie Blei auf dem Aktienkurs lasten, prüft Gerlinger für 2027 sogar eine gesellschaftsrechtliche Trennung des bestehenden Vermögens von dem künftigen Biotech-Geschäft. Sicher eine sinnvolle Initiative. Immerhin: Die Analysten von First Berlin haben sich bereits die Zirnostics GmbH genauer angesehen und beschreiben die Vorteile des Kontrastmittels gegenüber derzeit am Markt bestehenden Lösungen.
Auf einem anderen Blatt steht allerdings, wie der perspektivisch zu erwartende enorme Kapitalbedarf für die weitere Forschung sowie die Durchführung aller nötigen klinischen Studien gedeckt werden soll. Ein interessanter Aspekt ist derweil die enorme Lücke zwischen dem aktuellen Aktienkurs und dem Anfang Oktober 2026 – nach Umrechnung auf die neue Aktienzahl – nochmals vom Unternehmen bestätigtem NAV (Substanzwert) von künftig dann gut 0,40 Euro je Aktie. Bezogen auf den Bezugskurs von 0,07 Euro entspricht das einem Discount von mehr als 80 Prozent. Wie valide die Rechnung tatsächlich ist, werden Anleger aber erst mit der Vorlage aktueller Bilanzen für 2026 verifizieren können. Es bleibt dabei: Die GTH-Aktie ist ein Papier mit enormen Chancen und Risiken. Das ist nicht jedermanns Sache und kommt – wenn überhaupt – auch nur für sehr erfahrene Anleger in Frage. Immerhin haben die vergangenen Wochen zumindest neue Perspektiven für das Unternehmen aufgezeigt.
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German Tech Holding
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A1MMEV
DE000A1MMEV4
GmbH & Co. KGaA
1,71 Mio €
11.11.2015
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