Finden wir richtig gut: Am 23./24. Juni 2026 startet die Deutsche Börse AG – in Kooperation mit der Präsentationsplattform Airtime Software – ihren ersten Scale-Summit. Eine Initiative, um die Visibilität des Spezialfreiverkehrssegments der Frankfurter Börse zu stärken und somit neue Investorengruppen für das Scale-Segment zu gewinnen. Mit dabei auf der digitalen Premieren-Veranstaltung sind unter anderem Vorzeigeunternehmen wie Pfisterer, Erst Russ, Innoscripta sowie die Deutsche Rohstoff AG. Es tut sich also etwas in Sachen Scale. Für das IT- und Softwareunternehmen Cenit ist das insofern eine wichtige Nachricht, weil die Stuttgarter kürzlich ihren Wechsel vom streng regulierten Prime Standard in den Scale kommuniziert haben. Ende April/Anfang Mai 2026 soll der Schritt umgesetzt sein, wie CEO Peter Schneck jetzt bei der Präsentation des Geschäftsberichts für 2025 – passenderweise auch auf der Airtime-Plattform – verrät.
Dabei verspricht Schneck, dass sich für Investoren in puncto Transparenz nichts ändern wird. Gleichwohl macht CFO Johannes Fues deutlich, dass sich die Gesellschaft durch das formelle Downlisting eine spürbare Entlastung auf der regulatorischen und bürokratischen Ebene erwartet. „Wir haben alles auf den Prüfstand gestellt“, sagt Fues. Immerhin geht auch Cenit durch herausfordernde Zeiten und muss die eigene Effizienz steigern, um wieder aus der Verlustzone zu kommen. Da gehören Maßnahmen wie der angekündigte Segmentwechsel mit zum Repertoire. Nun: Bei einem kapitalmarktaffinen Vorstand wie Peter Scheck geht boersengefluester.de in der Tat nicht davon aus, dass sich Cenit im Scale verstecken will oder es sich gar um die Vorstufe zu einem vollständigen Delisting handelt. Vielmehr ist zu erwarten, dass auch Cenit die Möglichkeiten künftiger Scale-Summits nutzen wird.
The most important financial data at a glance
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Sales1
147,24
146,07
162,15
184,72
207,33
209,51
212,00
EBITDA1,2
9,59
11,27
11,94
16,41
17,26
12,28
18,50
EBITDA-margin %3
6,51
7,72
7,36
8,88
8,33
5,86
8,73
EBIT1,4
3,63
6,23
6,31
9,22
7,38
0,31
6,50
EBIT-margin %5
2,47
4,27
3,89
4,99
3,56
0,15
3,07
Net profit1
2,92
4,35
6,61
4,99
-1,57
-2,45
2,30
Net-margin %6
1,98
2,98
4,08
2,70
-0,76
-1,17
1,08
Cashflow1,7
12,28
8,24
11,49
5,33
10,34
14,13
15,00
Earnings per share8
0,28
0,51
0,75
0,54
-0,23
-0,14
0,22
Dividend per share8
0,47
0,75
0,50
0,04
0,00
0,00
0,03
Losgelöst von der Börsenthematik sowie Umsatz und Ergebnis für 2025 und dem Ausblick für 2026 – zu den Geschäftszahlen hatten sich die Stuttgarter bereits Anfang April ausführlich geäußert – gibt es für Investoren noch ein paar wichtige Neuigkeiten: So betont Schneck auf der Investorenpräsentation gleich mehrfach, dass die Zahl größerer Deals mit namhaften Kunden wie Stadler, Bombardier oder auch Porsche wieder zunimmt – trotz der schwierigen Lage in vielen für Cenit wichtigen Branchen. Ein weiteres Top-Thema ist wenig überraschend Künstliche Intelligenz (KI) – an der Börse zuletzt ein Killerargument für die mitunter vollständige Disruption von derzeit noch funktionierenden Geschäftsmodellen. Die Realität sieht derweil sehr viel differenzierter aus und bietet für Unternehmen und Kunden eher eine Menge Entfaltungsmöglichkeiten.
„Wir sind große Fans von KI. Eine Glaskugel besitzen aber auch wir nicht“, fasst Schneck seine ausführliche Analyse für Cenit zusammen. In fünf Jahren kann die Welt schließlich auch ganz anders aussehen. Deutlich gesicherter ist da schon die Erkenntnis, dass Firmenübernahmen bei Cenit im laufenden Jahr eher nicht zu erwarten sind. „Der Fokus liegt auf der Verbesserung der operativen Wettbewerbsfähigkeit und weiteren Effizienzmaßnahmen“, sagt Schneck. Entsprechend soll 2026 bei Erlösen von mindestens 210 Mio. Euro ein EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von Untergrenze 18 Mio. Euro herausspringen. Das sollte dann auch ausreichen, um Cenit auch wieder unter dem Strich deutlich in die schwarzen Zahlen zu führen.
Nach den Dividenden-Nullrunden für 2024 und jetzt auch 2025 wäre der Turnaround dann womöglich das Signal für eine Wiederaufnahme der Dividende zur Hauptversammlung im Jahr 2027. So jedenfalls ließ es CFO Johannes Fues in einem Halbsatz auf der Airtime-Präsentation durchblicken. Insgesamt bleiben wir dabei, dass die Cenit-Aktie unter Wert gehandelt wird. Nach dem abermals schwierigen Geschäftsjahr 2025 – insbesondere auch mit Problemen bei der US-Tochter Analysis Prime – zeigen viele Entwicklungen in die richtige Richtung. Entsprechend zuversichtlich ist Schneck, dass Cenit die „konservativ formulierten“ Ziele für 2026 erreichen wird.
INVESTOR-INFORMATION
©boersengefluester.de
Cenit
WKN
ISIN
Legal Type
Marketcap
IPO
Recommendation
Located
540710
DE0005407100
AG
51,88 Mio €
06.05.1998
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