ASTA Energy Solutions: IPO im Herzen der Energiewende

Mit der in Österreich ansässigen ASTA Energy Solutions steht ein hochspannendes Unternehmen vor dem IPO im Frankfurter Prime Standard. Mit an Bord ist sogar DAX-Highflyer Siemens Energy. Wir stellen die Story vor.
Thursday, 15 Jan 2026
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Bemerkenswerte Entwicklung bei ASTA Energy Solutions: Nur knapp vier Monate nach dem Verkauf durch die damalige Muttergesellschaft Montana Aerospace an ein Investmentvehikel des österreichischen Multi-Investors Michael Tojner plant das im Energiebereich tätige Unternehmen ein IPO im Frankfurter Handelssegment Prime Standard. „Wir wollen den Hidden Champion sichtbar machen“, sagt ASTA Energy-CFO Daniela Klauser im Medien-Call anlässlich der nun offiziell kommunizierten Börsenambitionen. Die wichtigsten Produkte der ASTA-Gruppe sind Spezialleiter (Röbelstäbe) und Kupferkomponenten (CTCs) für Hochleistungsgeneratoren sowie besondere Kupferleiter für die Traktionstransformatoren in elektrischen Lokomotiven – allesamt Einsatzgebiete, die am Kapitalmarkt derzeit hoch im Kurs stehen. Immerhin steigt die weltweite Energienachfrage durch Megatrends wie Elektrifizierung oder auch Rechenzentren für KI-Anwendungen kontinuierlich an.


„ASTA ist im Herzen der Energiewende“, sagt CEO Karl Schäcke und betont die historisch gute Ausgangslage für die in Oed, südwestlich von Wien, ansässige Gesellschaft. In Zahlen ausgedrückt: Für 2025 rechnet das Unternehmen bei Erlösen von rund 680 Mio. Euro (Vorjahr: 642,6 Mio. Euro) mit einem EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) in einer Bandbreite von 45 bis 47 Mio. Euro (Vorjahr: 35,5 Mio. Euro), wobei hier das obere Ende die wahrscheinlichere Variante ist. Ambitioniertes Ziel: Bis 2030 sollen die Umsätze auf mindestens 1.000 Mio. Euro steigen. Dabei betont der Vorstand im Call, dass sich ASTA keine Marktanteile kaufen will. Im Wesentlichen geht es also um anorganisches Wachstum. Und um diese Expansion finanziell zu untermauern, ist jetzt das IPO geplant.


Den erwarteten Mittelzufluss aus der geplanten Kapitalerhöhung beziffert Finanzvorstand Daniela Klauser auf rund 125 Mio. Euro. Inklusive der Stücke, die aus dem Bestand des Großaktionärs kommen, soll das Emissionsvolumen bei etwa 190 Mio. Euro liegen. Der zentrale Grund für die Österreicher, das IPO nach Deutschland zu verlegen, ist denkbar einfach. „Siemens Energy und Pfisterer sind in Frankfurt gelistet. Hier ist das Interesse für die Energiewende gebündelt“, sagt Schäcke. Der Verweis auf Siemens Energy ist nicht zufällig gewählt. So gehört der DAX-Konzern zu den Topkunden von ASTA und beteiligt sich sogar mit rund 25 Mio. Euro an dem IPO. Zudem haben drei weitere institutionelle Investoren bereits jeweils 10 Mio. Euro zugesichert, so dass bereits rund 55 Mio. Euro in trockenen Tüchern sind.


Die Verbindung zum Investorenliebling Pfisterer, das Unternehmen ist ebenfalls im Energiesektor aktiv, ist ebenfalls mehr als ein reiner Vergleich: Mit Johannes Linden, dem Co-CEO von Pfisterer, hat ASTA nämlich einen prominenten Vertreter für den eigenen Aufsichtsrat gewonnen. Losgelöst von Pfisterer umfasst die internationale börsennotierte Peergroup in erster Linie Unternehmen wie die in Paris ansässige Nexans oder die italienische Prysmian. Der deutsche Kupferverarbeiter Aurubis ist hingegen ein Lieferant von ASTA – und kein Wettbewerber. Mit dem für das erste Quartal 2026 avisierten Börsengang soll es einen „erheblichen Freefloat“ geben. Die bestehenden Aktionäre ETV Montana Tech Holding GmbH (41 Prozent) und Makra GmbH (59 Prozent) – beide kontrolliert von Michael Tojner – werden aber auch nach dem IPO in Summe Mehrheitsgesellschafter bleiben. Boersengefluester.de wird die weitere Entwicklung eng verfolgen.


Immerhin steht hier ein super spannendes IPO mit klangvollen Namen an. Zur weiteren Einordnung: Der Carve-out der ASTA Group aus der Montana Aerospace AG Ende September 2025 wurde auf Basis eines Unternehmenswerts von rund 204 Mio. Euro plus Earn-out-Komponenten im vermutlich mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich getätigt. Zudem gab es weitere Faktoren wie die Übernahme von eigentlich durch Montana geplanten Investitionen von rund 30 Mio. Euro plus die Umwandlung von 66 Mio. Euro an Schulden in Eigenkapital. Eine komplexe Transaktion also, die nur bedingt auf den nun avisierten Börsenwert schließen lässt.


Fakt ist schließlich auch: Eine Story wie die von ASTA ist in den vergangenen Monaten eher wertvoller geworden. Andererseits hat das Beispiel Pfisterer gezeigt, dass ein moderat gewählter Ausgabepreis am Ende allen Beteiligten Spaß bereiten kann. Sofern die Börse stabil bleibt, rechnen wir vergleichsweise zügig mit weiteren Details zum geplanten Börsengang.


Foto: Transposing (© Studio Schroll for ASTA)

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