Weng Fine Art: Was für ein Balanceakt

Übermäßig groß können die jetzt kommunizierten Zukäufe von Weng Fine Art (WFA) in der Aktie von Artnet auf einen Anteil von nun „unmittelbar und mittelbar fast 30 Prozent“ nicht gewesen sein. Schließlich hatte das Kunsthandelsunternehmen WFA bereits im Sommer 2023 betont, mit „knapp 30 Prozent“ an Artnet beteiligt zu sein. Aber immerhin: Es gibt ein Update in dem überaus zähen Machtpoker um die künftigen Mehrheitsverhältnisse bei Artnet.
Donnerstag, 13 Jun 2024
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Aktien-Coverage

Weng Fine Art

WKN: 518160
ISIN: DE0005181606
Aktienkurs

4,52 €

(+0%)

Übermäßig groß können die jetzt kommunizierten Zukäufe von Weng Fine Art (WFA) in der Aktie von Artnet auf einen Anteil von nun „unmittelbar und mittelbar fast 30 Prozent“ nicht gewesen sein. Schließlich hatte das Kunsthandelsunternehmen WFA bereits im Sommer 2023 betont, mit „knapp 30 Prozent“ an Artnet beteiligt zu sein. Aber immerhin: Es gibt ein Update in dem überaus zähen Machtpoker um die künftigen Mehrheitsverhältnisse bei Artnet. Hintergrund: WFA möchte einen potenten Investor in die Gesellschaft hieven und diesem einen wesentlichen Teil seiner Aktien zu Kursen um 11 Euro andienen. Voraussetzung für den Deal ist allerdings, dass die Gründerfamilie Neuendorf ihren Einflussbereich bei Artnet merklich reduziert. Und um genau diesen Punkt rangeln alle Beteiligten schon eine halbe Ewigkeit. „Momentan geht die WFA davon aus, dass im 3. Quartal 2024 eine Entscheidung über eine mögliche Zusammenarbeit mit einem Investor fallen wird“, heißt es nun offiziell.

Gemäß früheren Aussagen von CEO Rüdiger K. Weng hätte die Transaktion idealerweise bereits im ersten Quartal 2024 unterschriftsreif sein sollen (sieh dazu unseren Beitrag HIER). Doch die Familie Neuendorf spielt geschickt auf Zeit und hat ihre Hauptversammlung erst einmal auf August 2024 terminiert. Vermutlich dürfte es – wie 2023 und 2022 – wieder der 30. August werden. WFA wiederum kann seinen Einflussbereich derzeit kaum weiter ausbauen, da er sonst auf eine Pflichtofferte für die im streng regulierten Börsensegment Prime Standard gelistete Artnet zusteuern würde – was kaum im Sinne der Monheimer sein dürfte, zumal es ein schwer zu kalkulierendes finanzielles Risiko darstellt.

Und so bleibt es für Rüdiger K. Weng vorerst bei der Gratwanderung zwischen der Betonung der Werthaltigkeit des Assets und dem Aufzeigen von Schwachstellen, aber eben auch Potenzialen. Ensprechend fast schon diplomatisch heißt es nun: „Artnet ist eine herausragende Marke mit einem im Kunstmarkt einmaligen Datenschatz. Das Unternehmen verfügt über die mit großem Abstand führende Plattform im Kunstmarkt für die Werbung von Luxusgüterherstellern. Leider ist Artnet immer noch unprofitabel.“

Weng Fine Art Kurs: 4,52
Artnet Kurs: 8,55

Rein mit Blick auf die Aktienkurse von WFA und Artnet sieht es freilich längst so aus, als wenn der Markt erheblichen Zweifel daran hat, dass der Deal – in welcher Kombination auch immer – überhaupt zustande kommt. Doch auf die Charts sollten Investoren in diesem Fall nicht zu stark vertrauen. Am Ende kann es eben doch zu einer Lösung kommen, die für alle Beteiligten vorteilhaft ist. Komplett mit einer Teflonschicht versehen, ist schließlich auch die Familie Neuendorf nicht. Um Artnet auf ein neues Level zu hieven und nachhaltig erfolgreich zu machen, wird es schließlich nicht ohne die Unterstützung finanzkräftiger Partner gehen.

Last but not least gibt es auch eine sehr erfreuliche Nachricht losgelöst von dem Themenkomplex der Neuordnung im Aktionärskreis: Demnach tritt am 1. Januar 2025 eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Kunstgegenstände von 19 auf 7 Prozent in Kraft. Experten erwarten sich hiervon eine deutliche Belebung der Handelsaktivitäten und eine damit einhergehende Stärkung des Kunststandorts Deutschland. Am Kapitalmarkt hat diese steuerliche Verbesserung bislang nur für ein kurzes Zucken im Aktienkurs gesorgt, tatsächlich dürften die Effekte aber signifikant sein und haben daher mehr Relevanz im Chart verdient.  

Um die Handlungs-Einschätzung und Bewertung der Aktie auf eine möglichst breite Basis zu stellen, bietet boersengefluester.de eine große Zahl an fundamentalen Kennzahlen sowie chartechnischen Angaben zur Performance des jeweiligen Titels.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Weng Fine Art
WKN ISIN Rechtsform Börsenwert IPO Einschätzung Hauptsitz
518160 DE0005181606 AG 24,86 Mio. € 02.01.2012 Kaufen
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Um die Handlungs-Einschätzung und Bewertung der Aktie auf eine möglichst breite Basis zu stellen, bietet boersengefluester.de eine große Zahl an fundamentalen Kennzahlen sowie chartechnischen Angaben zur Performance des jeweiligen Titels.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Artnet
WKN ISIN Rechtsform Börsenwert IPO Einschätzung Hauptsitz
A1K037 DE000A1K0375 AG 48,79 Mio. € 17.05.1999 Kaufen
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[sws_grey_box box_size="640"]Hinweis: Die Berichterstattung und Handlungseinschätzungen durch boersengefluester.de stellen keine Anlageempfehlungen und auch keine Empfehlung oder einen Vorschlag einer Anlagestrategie dar. Zwischen der Weng Fine Art AG (WFA) und boersengefluester.de besteht eine entgeltliche Vereinbarung zur Soft-Coverage der WFA-Aktie. Boersengefluester.de hält keine Beteiligung an WFA. Boersengefluester.de nimmt Maßnahmen zur Vermeidung von Interessenkonflikten vor.[/sws_grey_box]

Foto: Unsplash+

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Gereon Kruse ist Gründer des mehrfach preisgekrönten Finanzportals boersengefluester.de (BGFL) und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Tipp: Auf der BGFL-Unterseite Referenzen stellen wir regelmäßig vor, auf welchen Konferenzen und anderen Kapitalmarktveranstaltungen das in Frankfurt ansässige Team von boersengefluester.de gerade unterwegs ist.

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