Smartbroker Holding: Das alles entscheidende Thema

Das hat fast schon das Niveau eines klassischen Kapitalmarkttags. Stabile 135 Minuten hat der KPI-Call der Smartbroker Holding zu den jüngsten Zahlen für 2025 sowie dem strategischen Ausblick gedauert. Boersengefluester.de war das und fasst alles Wesentliche zusammen.
Mittwoch, 04 Mär 2026
Diesen Artikel teilen
Aktien-Coverage

Smartbroker Holding

WKN: A2GS60
ISIN: DE000A2GS609
Aktienkurs

12,70 €

n/a

468x60_weltweit-handeln_smartbrokerplus

Als CEO André Kolbinger noch ein paar Worte zum Abschluss des KPI-Calls der Smartbroker Holding am 4. März 2026 sagte, war es bereits 13.15 Uhr. Wer – wie boersengefluester.de – dabei war auf der Airtime-Plattform, hat damit immerhin 2 Stunden 15 Minuten Input zu allen wichtigen Themen rund um den angeschlossenen Smartbroker+ sowie den ebenfalls zum Konzern gehörenden Mediabereich (unter anderem wallstreet:online) bekommen. Das ist mehr als doppelt so lang wie sonst üblich bei den obligatorischen monatlichen Infoveranstaltungen der Berliner.


Tatsächlich hatten sich André Kolbinger und Bankvorstand Thomas Soltau diesmal aber auch ein besonders umfangreiches Pensum vorgenommen, da das Unternehmen erst Ende Februar seine finanziellen Eckdaten für 2025 vorgelegt hatte. Die liegen bei Erlösen von 69 Mio. Euro und einem EBITDA (Ergebnis von Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von minus 0,1 Mio. Euro genau im Rahmen der bislang kommunizierten Bandbreiten. Unter dem Strich kommt die Smartbroker Holding damit auf einen auch in dieser Höhe erwarteten Fehlbetrag von 10,4 Mio. Euro. „Alles läuft sehr unauffällig“, sagt Kolbinger. Das Eigenkapital hat sich von 43,9 Mio. Euro zum Halbjahr auf 38,6 Mio. Euro per Ende Dezember 2025 ermäßigt. Die Netto-Liquidität beträgt etwa 17 Mio. Euro und lässt ausreichend Beinfreiheit für das weitere Wachstum. Kapitalerhöhungen sind für Kolbinger jedenfalls kein Thema.


Ein wenig erklärungsbedürftiger ist da schon der Ausblick für 2026, denn trotz eines knackigen Wachstums von geplant 100.000 Neukunden rechnet das Kolbinger mit weitgehend konstanten Erlösen zwischen 66 und 72 Mio. Euro sowie einem ebenfalls seitwärts gerichteten EBITDA in einer Bandbreite von minus 1,5 bis plus 1,5 Mio. Euro. Knackpunkt ist das ab Mitte 2026 geltende gesetzliche Rückvergütungsverbot für die gezielte Platzierung von Wertpapierordern an bestimmte Marketmaker. Im Branchensprech „Payment-for-Order-Flow“ – kurz: PFOF – genannt. Bei Smartbroker+ stehen damit rund 16 Prozent der Erlöse im Feuer. Andere Neobroker sind freilich noch viel stärker betroffen.


Kursentwicklung 3 Jahre
Smartbroker Holding Kurs: 12,70


Boersengefluester.de erfasst aus allen Geschäftsberichten unter anderem die wichtigsten Kennzahlen aus GuV, Bilanz und Kapitalflussrechnung. Zudem erstellen wir eigene Prognosen zu den wesentlichen Eckdaten der Unternehmen – inklusive Ergebnis je Aktie und Dividende.
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
Umsatzerlöse1 28,21 48,20 52,79 46,54 52,48 68,90 69,50
EBITDA1,2 4,52 3,56 8,77 1,35 8,97 -0,10 1,50
EBITDA-Marge %3 16,02 7,39 16,61 2,90 17,09 -0,15 2,16
EBIT1,4 2,03 0,35 -8,41 -5,22 -1,70 -10,40 -8,40
EBIT-Marge %5 7,20 0,73 -15,93 -11,22 -3,24 -15,09 -12,09
Jahresüberschuss1 3,55 -0,54 -10,07 -5,92 -1,39 -10,40 -8,80
Netto-Marge %6 12,58 -1,12 -19,08 -12,72 -2,65 -15,09 -12,66
Cashflow1,7 1,18 13,93 5,04 0,19 9,99 4,30 7,00
Ergebnis je Aktie8 0,25 -0,04 -0,64 -0,38 -0,08 -0,62 -0,52
Dividende je Aktie8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00

Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt



Nun: Das Team um Thomas Soltau hat scheinbar eine Lösung gefunden, die dem Namen „Smartbroker“ alle Ehre macht. Jedenfalls wird sich für die Kunden des Smartbroker+ preislich gar nichts ändern und es müssen auch keine neuen AGB unterschrieben werden. Lediglich die Verträge mit Drittkunden – also Zulieferern bzw. Dienstleistern – müssen angepasst werden. Da aber de facto Erlöse wegfallen werden, gleicht die Smartbroker Holding diese Lücke durch allgemeine Effizienzsteigerungen aus. Insofern ist 2026 alles andere als ein Jahr des Stillstands. Das gilt insbesondere auch für den Ausbau der IT-Infrastruktur, für die der Vorstand einen zusätzlichen Etat von 4 Mio. Euro freimacht. „Technologie ist das alles entscheidende Thema“, sagt Kolbinger – vom Onboarding über die Personalisierung von Content bis hin zum Bestandskundenmarketing. Für Kolbinger handelt es sich also um definitiv sinnvoll investiertes Kapital, auch wenn die bisherigen Ergebnisplanungen damit zunächst einmal entsprechend niedriger ausfallen.


Interessant aus Bewertungssicht werden für die Smartbroker-Aktie demnach wohl erst die Jahre ab 2028 mit einem vom Vorstand skizzierten EBITDA (nach Kundengewinnungskosten) von 17 Mio. Euro – nach 4 Mio. Euro für 2027. Bis 2030 soll das EBITDA dann – bei Erlösen von 130 Mio. Euro – auf 44 Mio. Euro klettern. Mit Blick auf den aktuellen Börsenwert von rund 213 Mio. Euro wäre das natürlich ein starkes Argument für einen Einstieg in die Aktie. Klare Worte findet Kolbinger auch, was den zuletzt über das Börsenparkett spukenden KI-Geist angeht: „Künstliche Intelligenz ersetzt keinen Broker. KI wird auch nicht zum Broker. Sondern: KI wird von Brokern an vielen Stellen eingesetzt.“ Die Befürchtung, dass es perspektivisch kinderleicht sei, eine Brokersoftware zu programmieren, greift übrigens auch deshalb zu kurz, weil es sich um einen hochregulierten Markt handelt. Ähnlich pointiert hatte sich zuletzt übrigens auch flatexDEGIRO-CEO Oliver Behrens (HIER) geäußert.


Per saldo sind die 135 Minuten KPI-Call der Smartbroker Holding im XXL-Format gut angelegte Zeit für Aktionäre gewesen – davon waren nämlich auch einige digital eingewählt. Vor dem Hintergrund des hohen Rohertrags, den jeder Neukunde zurzeit einbringt, kommt die offensive Wachstumsstrategie plausibel rüber. Aber klar: Schön wäre es natürlich schon, wenn der zeitliche Abstand Richtung 2028er-Gewinne schon ein wenig kürzer wäre. Andererseits hat die Smartbroker-Aktie schon deshalb Potenzial, weil den meisten Kunden des Smartbroker+ vermutlich gar nicht so bewusst ist, dass sie auch in die Aktie des eigenen Brokers investieren können. Die Analysten von Warburg Research haben das Kursziel zuletzt bei 18,60 Euro angesetzt. Das sind solide 45 Prozent Potenzial.


Um die Handlungs-Einschätzung und Bewertung der Aktie auf eine möglichst breite Basis zu stellen, bietet boersengefluester.de eine große Zahl an fundamentalen Kennzahlen sowie chartechnischen Angaben zur Performance des jeweiligen Titels.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Smartbroker Holding
WKN ISIN Rechtsform Börsenwert IPO Einschätzung Hauptsitz
A2GS60 DE000A2GS609 AG 213,12 Mio. € 22.02.2006 Kaufen
* * *



Foto: Shutterstock

EoM
#BGFL-CHARTSHOW: Hotstocks
Heiße Aktien mit viel Kurspotenzial, aber eben auch Risiken. Geeignet sind die Titel daher nur für spekukativ orientierte Anleger.
Stimmung dreht nach oben
Kurs: 3,84
China-Beteiligung verkauft
Squeeze-out-Spekulation
Kurs: 65,50

Gereon Kruse ist Gründer des mehrfach preisgekrönten Finanzportals boersengefluester.de (BGFL) und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Tipp: Auf der BGFL-Unterseite Referenzen stellen wir regelmäßig vor, auf welchen Konferenzen und anderen Kapitalmarktveranstaltungen das in Frankfurt ansässige Team von boersengefluester.de gerade unterwegs ist.

Hinweis: Die Berichterstattung und Handlungseinschätzungen durch boersengefluester.de stellen keine Anlageempfehlungen und auch keine Empfehlung oder einen Vorschlag einer Anlagestrategie dar. Zwischen der Smartbroker Holding und boersengefluester.de besteht eine entgeltliche Vereinbarung zur Soft-Coverage der Smartbroker Holding. Boersengefluester.de hält keine Beteiligung an der Smartbroker Holding. Boersengefluester.de nimmt Maßnahmen zur Vermeidung von Interessenkonflikten vor.

Mit unserer exklusiven Terminübersicht sind Sie immer up to date, was die wichtigsten Neuigkeiten zu Ihren Aktien angeht. Hinweis: Alle Daten werden mit großer Sorgfalt von uns gepflegt, mitunter kann es jedoch zu kurzfristigen Änderungen kommen.

04.03.2026
05.03.2026
11.03.2026

          Qualitätsjournalismus · Made in Frankfurt am Main, Germany © 2026          
#BGFL Family & Friends - Wir sind stolz über unsere langjährigen Kooperationen mit Baha
Alles für Deutsche Aktien

Viel Erfolg mit Ihren Investments!

Auf dem 2013 von Gereon Kruse gegründeten Finanzportal boersengefluester.de dreht sich alles um deutsche Aktien – mit Schwerpunkt auf Nebenwerte. Neben klassischen redaktionellen Beiträgen sticht die Seite insbesondere durch eine Vielzahl an selbst entwickelten Analysetools hervor. Basis dafür ist eine komplett selbst gepflegte Datenbank für rund 650 Aktien. Damit erstellt boersengefluester.de Deutschlands größte Gewinn- und Dividendenprognose.

Kontakt

Idee & Konzept: 3R Technologies   
boersengefluester.de GmbH Copyright © 2026 by Gereon Kruse #BGFL