Bereits Mitte Mai überstrahlte der Rekordauftrag für militärische und zivile Anwendungen in der Ukraine – finanziert aus dem Bundeshaushalt – den damals zeitgleich veröffentlichten Zwischenbericht für die ersten drei Monate 2026 von SFC Energy (siehe dazu auch unseren damaligen Bericht HIER). Mit dem jetzt vorgelegten Halbjahresbericht zeigt der Hersteller von Brennstoffzellensystemen und damit verbundener Leistungselektronik zunehmend auch in harten Zahlen, welche Power sich hier gerade entfaltet. „Das waren die besten ersten sechs Monate unserer Unternehmensgeschichte“, sagt CEO Peter Podesser auf dem H1-Investorencall. Mit dem bereits anteilig eingeflossenen Großauftrag über 42,7 Mio. Euro hat sich der Defence-Anteil innerhalb des Segments „Clean Energy“ auf rund 41 Prozent beinahe vervierfacht. Podesser spricht von einem „Boost-Effekt“ durch die Ukraine.
Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund der sich durch autonome und digitale Systeme wie etwa Drohnen sowie andere unbemannte Fahrzeuge grundlegend veränderten Anforderungen an die Energieversorgung. Das sowohl für die Anforderungen im Hinblick auf Laufzeit als auch für die thermische und akustische Signatur der Energiequelle. „Wir bewegen uns hier von einem Nice-to-have zu einem Must-have“, beschreibt Podesser die Vorteile der Brennstoffzellentechnologie für die Soldaten. Konkret kommt SFC Energy im ersten Halbjahr 2026 bereits auf einen Umsatzstieg um 11,9 Prozent auf 82,35 Mio. Euro. Angesichts dieser Vorgabe hebt die Gesellschaft die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an der unteren Schwelle um 3 Mio. Euro an und rechnet nun mit Erlösen in einer Bandbreite von 166 bis 175 Mio. Euro.
Normalerweise hätte man wohl auch einen entsprechenden Schritt auf der oberen Kante erwartet. Tatsächlich sorgte im Bereich „Clean Power Management“ der niedriger als gedachte Auftragseingang von einem Großkunden für einen Umsatzrückgang von zum Halbjahr um 13,8 Prozent auf 18,84 Mio. Euro. Das prozentual zweistellige Minus hängt freilich auch mit dem Basiseffekt zusammen, denn H1 2025 war ausgesprochen stark. Gleichwohl räumt Podesser offen ein, dass er mit der Entwicklung im Clean Power Management „nicht glücklich“ sei. Auf Konzernebene zeigt SFC Energy zum Halbjahr 2026 derweil einen signifikanten Zuwachs beim EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von 698.000 Euro auf 11,07 Mio. Euro. Bezogen auf das im Wesentlichen um Effekte aus Optionsprogrammen sowie Ausgaben für Bemühungen im Rahmen von potenziellen Akquisitionen adjustierte EBIT kommt SFC Energy auf ein Plus von 4,64 auf 14,02 Mio. Euro. „Diese Entwicklung unterstreicht die Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodells und zeigt, wie sich das dynamische Wachstum und der veränderte Produktmix in einer überproportional steigenden operativen Ertragskraft niederschlagen“, heißt es im Zwischenbericht.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
53,22
64,32
85,23
118,15
144,75
143,27
172,00
EBITDA1,2
-0,99
-0,80
8,59
14,62
20,19
12,22
32,00
EBITDA-Marge %3
-1,86
-1,24
10,08
12,37
13,95
8,53
18,61
EBIT1,4
-4,50
-5,11
3,60
9,16
13,74
4,48
22,00
EBIT-Marge %5
-8,46
-7,95
4,22
7,75
9,49
3,13
12,79
Jahresüberschuss1
-5,18
-5,83
2,02
21,06
9,36
-0,89
15,00
Netto-Marge %6
-9,73
-9,06
2,37
17,83
6,47
-0,62
8,72
Cashflow1,7
-0,60
1,08
-4,76
3,58
14,46
-4,94
18,00
Ergebnis je Aktie8
-0,39
-0,40
0,07
1,18
0,54
-0,03
0,86
Dividende je Aktie8
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
Gleichwohl wird Podesser auch bei der Gesamtjahresprognose 2026 für das bereinigte EBIT nur einen Tick zuversichtlicher und rechnet nun mit einer Bandbreite zwischen 21,5 und 25,5 Mio. Euro – nach bislang 20,5 bis 25,5 Mio. Euro. Nun: Bei seiner Präsentation am 26. August 2026 auf den von Montega organisierten Hamburger Investorentagen (HIT) werden die Teilnehmer – darunter auch boersengefluester.de – mit Sicherheit wissen wollen, was nach oben ergebnistechnisch noch drin ist im laufenden Jahr. Nun: Einen gewissen Puffer sollte es schon noch geben. Andererseits will sich Podesser zum jetzigen Zeitpunkt nicht unnötig weit aus dem Fenster lehnen. Schließlich sind die geopolitischen Spannungen sowie die damit verbundenen ökonomischen Risiken – insbesondere auch was die Lieferketten angeht – noch längst nicht vom Tisch. Nun: Vermutlich lässt sich die Lage bereits mit dem Q3-Bericht am 13. November 2026 valider beurteilen.
Das alles sollte aber nicht den Blick des Kapitalmarkts dafür vernebeln, dass es bei SFC Energy momentan richtig gut läuft. Dem steht ein Börsenwert von zurzeit knapp 363 Mio. Euro entgegen. Zudem verfügt das über eine robuste Netto-Liquidität von zuletzt etwas mehr als 41 Mio. Euro, so dass der Enterprise Value (Börsenwert minus Netto-Liquidität) nur knapp 322 Mio. Euro beträgt – bei einem für 2026 vom Vorstand avisierten EBITDA von bis zu 34 Mio. Euro. Wenig verwunderlich, dass die jüngsten Kursziele der Analysten mit 26 bis 29 Euro allesamt deutlich über der aktuellen Notiz von etwas weniger als 21 Euro liegen. Für boersengefluester.de bleibt der SDAX-Titel damit ein aussichtsreiches Investment in einem Markt mit viel Momentum. Charttechnisch wäre es freilich sehr hilfreich, wenn der Titel seinen langfristigen Widerstand von 25 Euro – spätestens hier war in den vergangenen drei/vier Jahren immer der Deckel drauf – endlich signifikant nach oben knacken würde.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
SFC Energy
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
756857
DE0007568578
AG
362,75 Mio. €
25.05.2007
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Foto: Magnific


