Was für Power in der Datron-Aktie steckt, hat der Anteilschein des Herstellers von CNC-Fräsmaschinen und Dosiermaschinen im Mai 2026 gezeigt. Damals präsentierte das Unternehmen in einer Event-Woche Geschäftspartnern, Investoren und anderen Gästen das neue Hauptquartier in Ober-Ramstadt südöstlich von Darmstadt. Boersengefluester.de war damals ebenfalls vor Ort und sehr angetan von dem, was CEO Michael Daniel zu präsentieren hatte (siehe dazu unseren Beitrag HIER). Allerdings war der Höhentrip im Chart bis knapp unter die Marke von 10 Euro zunächst nicht nachhaltig. Noch im Juni 2026 fiel die Notiz bis auf 7,50 Euro zurück. Mittlerweile zeigt sich jedoch, dass die Neubewertung der Datron-Aktie kein kurzfristiges Phänomen war, sondern von Substanz geprägt ist und die jüngsten Kursziele der Analysten von Solventis und der BankM mit Kurszielen von im Mittel rund 15 Euro absolut realistisch sind.
Mit Vorlage der Halbjahreszahlen hat Datron seine Gesamtjahresziele für 2026 konkretisiert und das untere Ende der Bandbreite für den Umsatz um 2 Mio. Euro heraufgesetzt. Demnach liegt die Messlatte für die zu erwartenden Erlöse nun zwischen 65 und 69 Mio. Euro. Bei der avisierten EBIT-Marge bleibt die Gesellschaft in dem bisherigen Korridor von 6 bis 8 Prozent. Das entspricht einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern zwischen rund 3,9 und 5,5 Mio. Euro. Mit Blick auf das Ergebnis je Aktie lautet die neue Vorgabe nun 0,50 bis 0,80 Euro – nach ursprünglich 0,40 bis 0,80 Euro. Zur Einordnung: Zum Halbjahr kommt Datron auf ein Umsatzplus von 15,2 Prozent auf 32,73 Mio. Euro. Etwas mehr als die Hälfte davon entfallen auf Maschinensysteme. Den Rest teilen sich im zu annähernd gleichen Teilen Werkzeuge und After-Sales-Services. Das EBIT verbesserte sich von knapp 907.000 Euro auf annähernd 1,89 Mio. Euro. Unter dem Strich bleibt nach den ersten sechs Monaten 2026 ein Ergebnis je Aktie von 0,25 (Vorjahr: 0,10 Euro).
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
42,13
54,16
59,90
63,82
60,59
60,20
67,40
EBITDA1,2
3,34
6,68
7,36
7,21
4,56
2,34
6,75
EBITDA-Marge %3
7,93
12,33
12,29
11,30
7,53
3,88
10,01
EBIT1,4
2,15
5,45
6,11
6,03
3,45
0,56
4,80
EBIT-Marge %5
5,10
10,06
10,20
9,45
5,69
0,92
7,12
Jahresüberschuss1
1,48
3,86
4,32
4,55
2,41
-0,29
2,60
Netto-Marge %6
3,51
7,13
7,21
7,13
3,98
-0,48
3,86
Cashflow1,7
6,17
2,95
2,06
3,21
4,38
4,85
6,50
Ergebnis je Aktie8
0,37
0,96
1,08
1,14
0,60
-0,07
0,65
Dividende je Aktie8
0,05
0,20
0,20
0,20
0,12
0,10
0,12
„Damit liegen wir voll auf unserem geplanten Wachstumskurs“, sagt CEO Michael Daniel. Stützen kann er sich dabei auf einen um 21,8 Prozent gestiegenen Auftragseingang von 37,94 Mio. Euro. Was nicht unmittelbar aus den Zahlen abzulesen ist, künftig aber spürbar an Bedeutung gewinnen wird: Datron baut die Wertschöpfung aus der eigenen Software für die Maschinen signifikant aus und gewinnt dadurch perspektivisch einen wirksamen Ertragshebel. Zudem könnte Datron auch via Akquisitionen an zusätzlichen PS gewinnen. Konkrete Absichten gibt es zwar nicht, bei der Investorenpräsentation im Mai 2026 betonte Vorstand Michael Daniel aber, dass insbesondere ein Hersteller von Spindeln – dem zentralen Antriebselement von Fräsmaschinen – eine hochinteressante Ergänzung für das Portfolio von Datron wäre.
Für das dritte Quartal 2026 erwartet Datron Umsätze in einer Spanne von 15 bis 17 Mio. sowie ein EBIT zwischen 0,7 und 1,3 Mio. Euro. Das geplante Ergebnis je Aktie soll zwischen 0,08 und 0,23 Euro betragen. Setzt man diese Q3-Zwischenplanung in einen Kontext mit den Zielen für das Gesamtjahr 2026, muss Datron im Abschlussviertel 2026 zwar nochmals einen Zacken drauflegen. Insgesamt sieht die Kalkulation aber unverändert konservativ aus. Bewertet wird das Unternehmen bei einem Kurs von zurzeit 9,10 Euro mit 36,4 Mio. Euro. Das entspricht nur etwas mehr als der Hälfte des für das laufende Jahr avisierten Umsatzes.
Die Netto-Finanzverschuldung beträgt knapp 26 Mio. Euro, hängt aber einzig mit den enormen Investitionen für das neue Werk in Ober-Ramstadt zusammen. Gier wurden also tatsächlich Werte geschaffen, wobei Datron früher traditionell Netto-Cash-positiv war. Das KGV auf Basis der Ergebnisschätzungen für 2027 von boersengefluester.de liegt bei gerade einmal knapp 11. Per saldo bekommen Anleger hier also eine schöne Wachstumstory aus dem heimischen Mittelstand zu absolut moderaten Kennzahlen. Gut möglich also, dass die Aktie wieder zum Kraftpaket wird – diesmal hoffentlich dauerhaft.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Datron
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A0V9LA
DE000A0V9LA7
AG
36,40 Mio. €
13.04.2011
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Foto: boersengefluester.de

