Für die meisten Investoren ist die Aktie des Energieversorgers Uniper seit der beinahe vollständigen Verstaatlichung im Zuge der durch Russland ausgelösten Gaskrise mittlerweile wohl aus dem Gedächtnis geraten. Gerade einmal 0,88 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz – den Rest hält die Bundesrepublik Deutschland. Finanziell steht der Konzern inzwischen wieder deutlich stabiler da. Nach Rückzahlungen an den Bund verfügt Uniper per Ende 2025 über eine Netto-Cashposition von rund 2.823 Mio. Euro. Das sind knapp 6,80 Euro je Aktie. Und auch wenn das Dividendenverbot für Unternehmen unter einem staatlichen Schutzschirm vor einigen Monaten durch die Politik gelöst wurde: Überraschend ist für boersengefluester.de dennoch, dass Uniper zur Hauptversammlung am 20. Mai 2026 eine Dividende von 0,72 Euro je Aktie auf die Tagesordnung setzen will – nach zuvor drei Nullrunden in Folge.
Bezogen auf den aktuellen Kurs von knapp 36 Euro bringt es die Uniper-Aktie damit auf eine Rendite von rund 2 Prozent. Das ist zumindest ein erstes Ausrufezeichen in Richtung des angepeilten Kapitalmarkt-Comebacks. So soll der Staat seinen Anteil bis spätestens Ende 2028 auf maximal 25 Prozent reduzieren. Mit einem Börsenwert von derzeit 14.910 Mio. Euro steht da potenziell mindestens ein MDAX-Kandidat auf der Liste. Losgelöst von der Kapitalmarktseite weist der Gashändler und bedeutende LNG-Importeur für 2025 zwar einen hohen Gewinnzuwachs aus. Allerdings sind hier – wie im Vorjahr – etliche Sondereffekte wie zum Beispiel Absicherungsgeschäfte und steuerliche Aspekte zu beachten. Das bereinigte EBITDA sank von 2.612 auf 1.097 Mio. Euro. Der adjustierte Gewinn nach Steuern kam von 1.653 auf 544 Mio. Euro zurück.
„Die Ergebnisse des Jahres 2025 lagen erwartungsgemäß deutlich unter denen des Vorjahres und bereinigt um das angepasste Geschäftsportfolio etwa auf Vorkrisenniveau. Wir dürfen nicht vergessen: Unser Portfolio ist insbesondere aufgrund des Kohleausstiegs und der Umsetzung der EU-Auflagen kleiner geworden. Die Folgen der Gaskrise haben sich zum letzten Mal im Ergebnis gezeigt. Heute stehen wir auf einer stabilen und normalisierten Ertragsbasis“, sagt CFO Christian Barr. Für 2026 rechnet Barr mit einem bereinigten Netto-Ergebnis zwischen 350 und 600 Mio. Euro. Nun: Auch wenn Uniper noch relativ schwer zu greifen ist. Zumindest auf die Beobachtungsliste gehörte der Titel ganz allmählich schon.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
50.968,00
163.979,00
274.121,00
107.915,00
69.636,00
60.955,00
62.000,00
EBITDA1,2
1.657,00
-3.570,00
-9.079,00
9.099,00
2.848,00
1.690,00
1.250,00
EBITDA-Marge %3
3,25
-2,18
-3,31
8,43
4,09
2,77
2,02
EBIT1,4
608,00
-4.876,00
-11.530,00
6.674,00
1.348,00
950,00
1.080,00
EBIT-Marge %5
1,19
-2,97
-4,21
6,18
1,94
1,56
1,74
Jahresüberschuss1
402,00
-4.106,00
-19.124,00
6.336,00
221,00
1.426,00
500,00
Netto-Marge %6
0,79
-2,50
-6,98
5,87
0,32
2,34
0,81
Cashflow1,7
1.241,00
3.621,00
-15.159,00
6.549,00
1.665,00
-814,00
1.400,00
Ergebnis je Aktie8
21,60
-227,80
-661,75
15,15
0,71
3,35
1,20
Dividende je Aktie8
27,40
1,40
0,00
0,00
0,00
0,72
0,60
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Uniper
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
UNSE02
DE000UNSE026
SE
13.931,10 Mio. €
12.09.2016
Halten
