Die eigentliche Meldung des Tages kam ein paar Stunden nach dem KPI-Call der Smartbroker Holding am 19. August zu den wesentlichen Leistungskennzahlen für Juli 2026: Demnach hat sich das Berliner Unternehmen eine Kreditlinie über 20 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis Ende 2030 gesichert. „Wir können die Mittel bedarfsgerecht abrufen, wenn das Altersvorsorgedepot Fahrt aufnimmt, und so das Kundenwachstum von Smartbroker+ ab 2027 gezielt beschleunigen“, sagt CEO André Kolbinger. Tatsächlich ist das im kommenden Jahr startende Altersvorsorgedepot zunehmend eine zentrale Wachstumshoffnung des Smartbrokers, insbesondere mit Blick auf die sukzessive Erschließung neuer Kundengruppen für traditionelle Handelsgeschäfte mit Aktien und strukturierten Produkten. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund der nun schon etwas mehr als ein Quartal dauernden Phase mit netto nur rund 2.000 bis 3.000 Neukunden pro Monat.
Keine Frage: Die Sommermonate sind auch im Brokeragebereich traditionell eher ruhig und die allgemeine Konsumzurückhaltung im Zuge der globalen Krisen trifft die gesamte Branche mehr oder weniger gleich stark. Letztlich wird es aber doch allmählich Zeit, dass im Neukundenwachstum wieder mehr Dynamik hereinkommt. Schließlich ist der Smartbroker produktseitig und auch vom Preisgefüge her top aufgestellt. Klar dürfte aber auch sein, dass ein relativer Newcomer wie der Smartbroker+ es clever anstellen muss, um den etablierten Anbietern beim Marketing in der Breite Paroli zu bieten. „Genau dafür schaffen wir uns mit dem variablen Betriebsmittelkredit den finanziellen Spielraum“, sagt Kolbinger.
Derweil bestätigt der Vorstand – wenige Wochen vor der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen (09.09.2026) sowie dem HV-Termin (10.09.2026) – die bisherigen Ziele für das laufende Jahr. Demnach ist bei Umsatzerlösen zwischen 67 und 72 Mio. Euro ein operatives EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von minus 1,5 bis plus 1,5 Mio. Euro zu erwarten. Darin inkludiert sind Marketingaufwendungen für die Neukundengewinnung von rund 12 Mio. Euro. Zum Vergleich: Der aktuelle Börsenwert beträgt nur noch knapp 140 Mio. Euro. Das ist rund ein Drittel weniger als noch vor drei Monaten.
„Wir arbeiten daran, dass sich das ändert. Aber viel mehr machen als operativ arbeiten, dass die operativen Zahlen steigen und auf die Konferenzen gehen und dort präsentieren, können wir nicht machen“, sagt Kolbinger auf dem KPI-Call. Fundamental nachvollziehen lässt sich diese Erosion nicht. Immerhin wird jeder Kunde auf diesem Niveau mit gerade einmal knapp 490 Euro bewertet. Das ist weniger als die Hälfte von dem, was der Kapitalmarkt bei – dem freilich ungleich größeren Marktbegleiter – flatexDEGIRO pro Kunde ansetzt. Eine Entwicklung, die auch für Großaktionär Kolbinger alles andere als erfreulich ist, zumal sich die Gesellschaft in Sachen Investor-Relations-Aktivitäten so sehr ins Zeug legt wie kaum ein anderer Smallcap hierzulande.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
28,21
48,20
52,79
46,54
52,48
68,28
69,50
EBITDA1,2
4,52
3,56
8,77
1,35
8,97
-0,33
1,50
EBITDA-Marge %3
16,02
7,39
16,61
2,90
17,09
-0,48
2,16
EBIT1,4
2,03
0,35
-8,41
-5,22
-1,70
-10,60
-8,40
EBIT-Marge %5
7,20
0,73
-15,93
-11,22
-3,24
-15,53
-12,09
Jahresüberschuss1
3,55
-0,54
-10,07
-5,92
-1,39
-10,56
-8,80
Netto-Marge %6
12,58
-1,12
-19,08
-12,72
-2,65
-15,47
-12,66
Cashflow1,7
1,18
13,93
5,04
0,19
9,99
1,47
1,00
Ergebnis je Aktie8
0,25
-0,04
-0,64
-0,38
-0,08
-0,62
-0,52
Dividende je Aktie8
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Smartbroker Holding
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A2GS60
DE000A2GS609
AG
139,95 Mio. €
22.02.2006
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