Getuschelt wurde über eine angebliche Kapitalerhöhung (KE) bei Mutares schon seit einigen Tagen. Nun liegen die Fakten auf dem Tisch: So plant die auf Restrukturierungen spezialisierte Beteiligungsgesellschaft die Ausgabe von bis zu 4.269.651 Aktien mit einem erwarteten Gesamterlös von bis zu 105 Mio. Euro. Die Zahl der ausgegebenen Mutares-Aktien würde sich im Zuge der Transaktion um bis zu 20 Prozent erhöhen. Mit dem Löwenanteil des Mittelzuflusses will Mutares die weitere Expansion in den USA forcieren. „Wir sind bereit für die USA und wollen dort mittelfristig eine identische Rolle im Markt für Sondersituationen spielen, wie wir es heute in Europa tun; nämlich die Nummer 1 werden“, sagt CIO Johannes Laumann.
Etwa 20 Prozent der erhofften Einnahmen sind zur Stärkung der Bilanz vorgesehen. Technisch gesehen bekommen Streubesitzaktionäre Bezugsrechte, um an der Maßnahme teilnehmen zu können. Jeweils 5 Altaktien berechtigen dabei zum Bezug von 1 neuen Aktie. Der genaue Bezugspreis steht noch nicht fest. Es wird jedoch einen signifikanten Discount geben, was angesichts der labilen Börsenphase nicht verwundert. Die Bezugsfrist läuft vom 8. bis 21. April 2026. Für rund ein Viertel der neuen Aktien gibt es eine Vorabplatzierung bei institutionellen Investoren. Hintergrund ist, dass CEO Robin Laik, der etwa 25 Prozent der Aktien hält, auf sein Bezugsrecht verzichtet. Regelmäßig für Diskussionsstoff sorgen bei Mutares die Koexistenz von üppigen Dividenden – allein die Basisdividende von 2 Euro steht für eine Ausschüttungssumme von mehr als 40 Mio. Euro – und die Aufnahme von frischem Kapital via Anleihen oder jetzt über eine Barkapitalerhöhung. Nun: Kurzfristig ist die KE sicher eine Belastung für den Kurs. Perspektivisch hauchen die US-Pläne dem SDAX-Titel aber enormes zusätzliches Potenzial ein.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Mutares
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A2NB65
DE000A2NB650
SE & Co. KGaA
608,43 Mio. €
10.06.2008
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