The Platform Group: Sehr gutes Comeback

Mit den Zahlen für die ersten drei Quartale 2025 hat die Platform Group bei den Investoren punkten können. Trotzdem: Das übergeordnete Chartbild sieht noch immer eher trüber aus. Dabei gehört die Aktie zu den günstigsten Titeln überhaupt. Wir waren auf dem Q3-Call auf der Airtime-Plattform dabei.
Donnerstag, 06 Nov 2025
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Aktien-Coverage

The Platform Group

WKN: A40ZW8
ISIN: DE000A40ZW88
Aktienkurs

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Elf Akquisitionen seit Jahresbeginn 2025, das entspricht locker einem Zukauf pro Monat. Aus dem Stand fällt boersengefluester.de kein Unternehmen mit einer diesbezüglich auch nur annähernd ähnlich hohen Taktung ein wie die The Platform Group (TPG). Doch das enorme Tempo beim anorganischen Wachstum ist für manchen Investor eine Spur zu schnell, selbst wenn die Due-Diligence-Prozesse bei dem im Bereich E-Commerce tätigen Unternehmen sehr ausgefeilt sind. Und so dürfte es am Kapitalmarkt einige Adressen geben, die die diesbezüglichen Äußerungen von CFO Bjoern Minnier auf dem Investoren-Call zur Vorlage der Neun-Monats-Zahlen mit feinen Sensoren vernommen haben: „Das ist das Maximum, was wir machen können.“


Andererseits zahlt sich die forsche Gangart eben auch aus. So ist das Bruttowarenvolumen nach neun Monaten 2025 um mehr als 48 Prozent auf über 902 Mio. Euro geklettert. Die Umsatzerlöse zogen dabei um gut 43 Prozent auf 531,6 Mio. Euro an. Das um bilanzielle Sondereffekte aus den Zukäufen adjustierte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) verbesserte sich von 24,6 auf 45,8 Mio. Euro. Da die Platform Group noch immer von Verlustvorträgen aus der Vergangenheit profitiert, liegt der Nettogewinn von 41,7 Mio. Euro nur unwesentlich unter dem bereinigten EBITDA. Wesentliche Treiber dieser Performance sind dabei die positiven Effekte aus der Optimierung von Marketingprozessen sowie die Einsparungen auf der für das Unternehmen so wichtigen Software-Ebene durch den – auch in diesem Bereich – wachsenden Einsatz von KI-Modulen.


Für den nächsten Kapitalmarkttag kündigt Benner sogar ein gesondertes Update zum Stand der Software-Architektur TPG ONE an. Interessant derweil ein Blick auf den neu in die unterjährige Berichterstattung aufgenommenen operativen Cashflow von immerhin 42,3 Mio. Euro – dem allerdings ein negativer Cashflow aus der Investitionstätigkeit von 39,8 Mio. Euro gegenübersteht. Saldiert gibt das einen Free Cashflow von plus 2,5 Mio. Euro. Der Cashbestand liegt per Ende September 2025 bei etwas mehr als 15 Mio. Euro. Bezüglich des Verschuldungsgrads von 2,23, gemessen an der Relation der Netto-Finanzverbindlichkeiten von 121,9 Mio. Euro zum EBITDA der vergangenen zwölf Monate von 54,5 Mio. Euro, liegt die Platform Group zwar noch innerhalb der eigenen Zielvorgabe von 1,5 bis 2,3 – aber nun doch hart am oberen Ende. Hier müssen Investoren die weitere Entwicklung also genau im Auge behalten.




Ansonsten dreht sich bei den Düsseldorfern, wie bereits auf dem jüngsten Capital Markets Day Anfang Oktober 2025, momentan viel um den Aufbau des neuen Segments Optik/Hören. „Wir hatten einen sehr guten Start“, sagt Benner zur bisherigen Entwicklung des Optikergeschäfts. Umso schöner, dass es auch im traditionell eher schwierigeren Segment „Industrial Goods“ – hier geht es um komplexe Produkte wie Industriemaschinen – wieder besser läuft, was Umsatz und Margen angeht. „Ein sehr gutes Comeback“, sagt Benner. An den im laufenden Jahr bereits zweimal erhöhten Prognosen für 2025 und 2026 ändert das Unternehmen derweil nichts.


Demnach ist für das laufende Jahr mit Umsätzen zwischen 715 und 735 Mio. Euro sowie einem bereinigten EBITDA von 54 bis 58 Mio. Euro zu rechnen. Gemessen am jeweiligen Mittelwert der Bandbreiten hätte TPG nach neun Monaten 2025 rund 73 Prozent des Umsatzziels und 82 Prozent des EBITDA-Ziels in trockenen Tüchern. „Wir sind immer sehr konservativ in unseren Planungen“, sagt Benner und schiebt zur Erläuterung nach: „Q4 hat bei uns immer die höchsten Umsätze, aber die niedrigsten Margen.“ Für 2026 stehen Erlöse von Untergrenze 1.000 Mio. Euro sowie ein adjustiertes EBITDA zwischen 70 und 80 Mio. Euro in den Planungen. Sollte TPG diese Ziele erreichen, gehört die Aktie mit zu den günstigsten Titeln überhaupt auf dem heimischen Kurszettel.


Noch gilt es aber, die Investoren von dem Geschäftsmodell nachhaltig zu überzeugen. Gelegenheit dafür hat das Team um Dominik Benner am 13. November auf der von GBC organisierten MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz und wenig später am 24. November 2025 auf dem Eigenkapitalforum der Deutsche Börse AG in Frankfurt. Interessant  ist aber auch noch eine weitere Ankündigung von Benner auf der jüngsten Q3-Investorenpräsentation: So will TPG noch in diesem Jahr eine Vision für 2030 kommunizieren.



Foto: Freepik

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Gereon Kruse ist Gründer des mehrfach preisgekrönten Finanzportals boersengefluester.de (BGFL) und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Tipp: Auf der BGFL-Unterseite Referenzen stellen wir regelmäßig vor, auf welchen Konferenzen und anderen Kapitalmarktveranstaltungen das in Frankfurt ansässige Team von boersengefluester.de gerade unterwegs ist.

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