Um harte Finanzkennzahlen geht es auf den monatlichen KPI-Calls der Smartbroker Holding nur ausnahmsweise. Abgefragt werden hier vom Vorstandsteam um CEO André Kolbinger und Bankvorstand Thomas Soltau eher Themen wie Kundenwachstum, die Tradingaktivitäten und das Depotvolumen der Kunden des konzerneigenen Smartbrokers+, Marketingstrategien sowie geplante Produkterneuerungen – bis hin zu den politischen Rahmenbedingungen für den Brokeragesektor. Nun: Am Ende bestimmen all diese Punkte dann doch wieder ganz zentral die operative Performance – ausgedrückt in Umsatz und Ergebnis. Insofern ist es absolut sinnvoll für Investoren, sich alle vier Wochen eine knappe Stunde Zeit dafür zu nehmen.
Für diejenigen, die es nicht schaffen, ist boersengefluester.de regelmäßig an Bord auf der Airtime-Plattform und berichtet über die Highlights. Große Überraschungen gab es, was Kundenwachstum und damit zusammenhängende Kennzahlen angeht, in den vergangenen Monaten aber eher nicht. Und das ist jetzt eine durchaus positive Einschätzung. „In Summe sieht man einfach, dass sich die Zahlen weiter stabil nach oben entwickeln“, sagt Thomas Soltau. Erklärungsbedürftig ist eine Größe dann aber doch, denn das für Dezember 2025 ausgewiesene Kundenwachstum kommt mit einem Plus von 4.000 vergleichsweise dünn daher. Immerhin standen in den Monaten zuvor hier eher 6.000 bis 8.000 zu Buche. Tatsächlich gab es hier aber einen Sondereffekt, weil der ehemalige Partner DAB Bank im Dezember 2025 rund 2.000 bestandslosen Kunden gekündigt hat.
Das wiederum heißt, dass der Smartbroker+ auch im Dezember 2025 mit 6.400 Neukunden gut im Rennen liegt. Gut zu wissen: Die DAB plant, noch weitere 6.000 bis 8.000 solcher Leerdepots zu kündigen – verteilt auf mehrere Monate. Gut möglich, dass sich einige davon vielleicht doch noch für einen Wechsel zum Smartbroker+ entscheiden können. Apropos DAB Bank: Mitte März sehen sich die DAB und Smartbroker sogar vor Gericht in München. Hintergrund ist, dass das Team Smartbroker überzeugt ist, mehr Gebühren als vereinbart an die DAB gezahlt zu haben. Dem Vernehmen nach geht es um rund 5 Mio. Euro, wie der Vorstand auf dem KPI-Call verrät. Keine Kleinigkeit also. Völlig offen jedoch, wann es zu einer Entscheidung kommt und wie die aussehen wird.
Da sich die Geschäfte – losgelöst von der DAB-Thematik – aber grundsätzlich sehr ansprechend entwickeln, deutet Vorstand und Gründer André Kolbinger für den KPI-Call Ende Februar schon jetzt einen „aktualisierten Ausblick“ bis 2030 an. Das bisherige Szenario sieht bei rund 664.000 Kunden und Erlösen von 128 Mio. Euro ein EBITDA (nach Kundenakquisitionskosten) für 2030 von rund 42 Mio. Euro vor. Für 2027 sieht die Planung Erlöse von 85 Mio. Euro sowie ein EBITDA von 13 Mio. Euro vor. Wird also hochgradig kursrelevant, was André Kolbinger und Thomas Soltau auf dem im XXL-Format angesetzten KPI-Call Ende Februar 2026 zu berichten haben. Immerhin stehen an dem Termin auch die vorläufigen Zahlen für 2025 sowie ein Ausblick für das laufende Jahr auf der Agenda. Hintergrund: Mitte November 2025 haben die Berliner ihre Prognose für das vergangene Jahr erneut heraufgesetzt und rechnen nun mit einem EBITDA zwischen minus 1,5 und plus 1,5 Mio. Euro.
Last but not least gibt es interessante Gedankenspiele hinsichtlich des von staatlicher Seite geplanten Altersvorsorgedepots, bei dem es um eine flexiblere, renditeorientiertere und einfachere Altersvorsorge geht, als es bislang die Riester-Rente ermöglichen könnte. So wird es zwar keine vom Smartbroker selbst aufgelegten und mit eigenem Management geführten Fonds geben. Ganz anders sieht es aber mit Blick auf White-Label-Lösungen aus. „Ja, das ist eine klare Überlegung“, sagt Thomas Soltau. Ist also viel im Fluss zurzeit, was im Aktienkurs der Smartbroker Holding so noch nicht abgebildet ist. Aber auch diesbezüglich lässt sich CEO André Kolbinger nicht aus der Ruhe bringen: „Der Kurs läuft der guten Entwicklung hinterher.“ Im Normalfall ist es an der Börse zwar genau umgekehrt. Am Ende bleibt es aber bei dem von Warburg Research zuletzt auf 18,60 Euro heraufgesetzten Kursziel. Bei einer Notiz von aktuell 13,50 Euro ist das Potenzial also enorm.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Smartbroker Holding
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A2GS60
DE000A2GS609
AG
228,23 Mio. €
22.02.2006
Kaufen
Foto: Freepik

