Aus der Nummer muss SMAG Mobile Antenna Masts erst einmal wieder rauskommen. Keine drei Monate nach dem Börsengang notiert die Aktie des Anbieters von mobilen Mastsystemen für militärische Anwendungen noch immer um 45 Prozent unter dem Ausgabepreis von 46 Euro. Dabei hatte das Emissionsdebakel bereits am ersten Handelstag – dem 13. Juli 2026 – seinen Lauf genommen. Kein Wunder, dass SMAG in der Wahrnehmung vieler Investoren in erster Linie mit dem IPO-Flop in Verbindung steht. „Der Vorstand ist sich bewusst, dass die Entwicklung der SMAG-Aktie seit dem Börsengang nicht den Erwartungen entsprochen hat. Aus Sicht des Vorstands spiegelt der aktuelle Aktienkurs jedoch nicht angemessen das langfristige Potenzial von SMAG wider“, heißt es diesbezüglich im frisch vorgelegten Halbjahresbericht.
Es gilt also, das Geschäftsmodell und die Wachstumsstrategie des Unternehmens überzeugend zu kommunizieren. Dazu eignet sich der Zwischenbericht für die ersten sechs Monate 2026 freilich nur begrenzt, da in der Bilanz die positiven finanziellen Auswirkungen auf Eigenkapital und Liquidität mit einem Emissionserlös von brutto 30 Mio. Euro stichtagsbedingt noch gar nicht enthalten sind. Anderseits stehen die Belastungen von insgesamt fast 1,64 Mio. Euro für den Kapitalmarktprozess – Transformation, Rebranding sowie direkte IPO-Effekte – im ersten Halbjahr schon sehr wohl in den Büchern. Zudem hat das Unternehmen kräftig in Personal investiert, um das erwartete Wachstum überhaupt umsetzen zu können.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
0,00
0,00
0,00
0,00
27,56
29,30
55,00
EBITDA1,2
0,00
0,00
0,00
0,00
4,20
2,87
5,50
EBITDA-Marge %3
0,00
0,00
0,00
0,00
15,22
9,79
10,00
EBIT1,4
0,00
0,00
0,00
0,00
4,08
2,66
5,20
EBIT-Marge %5
0,00
0,00
0,00
0,00
14,82
9,07
9,45
Jahresüberschuss1
0,00
0,00
0,00
0,00
3,07
2,02
3,00
Netto-Marge %6
0,00
0,00
0,00
0,00
11,15
6,91
5,45
Cashflow1,7
0,00
0,00
0,00
0,00
-3,85
5,73
3,70
Ergebnis je Aktie8
0,00
0,00
0,00
0,00
0,54
0,36
0,53
Dividende je Aktie8
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
Per saldo führte diese Mixtur dazu, dass SMAG zum Halbjahr 2026 ein negatives EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von minus 1,16 Mio. Euro zeigt – nach 2,06 Mio. Euro in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Das um Sondereffekte adjustierte EBIT hält sich mit annähernd 0,53 Mio. Euro (Vorjahr: 2,74 Mio. Euro) immerhin im positiven Terrain. Derweil kommen die Umsatzerlöse um gut 15 Prozent auf 12,62 Mio. Euro voran. Die Gesamtleistung (Umsatz plus Bestandserhöhung fertiger Erzeugnisse) stieg um 20 Prozent auf 20,23 Mio. Euro. „Die Nachfrage nach unseren Produkten ist ungebrochen hoch und spiegelt sich in einem Auftragsbestand von 1,4 Mrd. Euro zum Ende des ersten Halbjahrs wider“, sagt CEO Ulrich Feindt. Angesichts eines Börsenwerts von derzeit rund 142 Mio. Euro wirkt das Orderbuch auf den ersten Blick fast schon absurd hoch.
Wichtig zu wissen jedoch: Bei der von SMAG kommunizierten Zahl handelt es sich um einen gleitenden Zwölf-Jahres-Durchschnitt aus fixen Verträgen, Rahmenabkommen und nicht verbindlichen Aufträgen. Der Bestand aus Festaufträgen beträgt zurzeit rund 182 Mio. Euro. Das sind rund 30 Prozent mehr als zum Jahresende 2025. Und die Tendenz zeigt weiter Richtung Norden, wie der kürzlich gemeldete Auftrag über etwa 6 Mio. Euro mit einem europäischen Großkunden zeigt. Wie so häufig im Defencesektor: Details zu den Transaktionen werden nicht genannt. Derweil bestätigt der Vorstand die Prognose für das laufende Jahr, wonach bei einer Gesamtleistung von 55 bis 60 Mio. Euro mit einer adjustierten EBIT-Marge zwischen 19 und 21 Prozent zu rechnen ist. Demnach wäre ein bereinigtes EBIT von 11,5 Mio. Euro für 2026 der Mittelwert.
Das wiederum ist aber auch nur eine Momentaufnahme. Die Analysten von NuWays gehen davon aus, dass bereits im kommenden Jahr ein um Sondereffekte adjustiertes Betriebsergebnis von gut 18 Mio. Euro möglich ist – mit kräftig steigender Tendenz für 2028. Folgerichtig setzt NuWays das Kursziel für die SMAG-Aktie mit 47 Euro auch signifikant über der aktuellen Notiz an. Die nächste Gelegenheit für Vorstand Ulrich Feindt, das Geschäftsmodell von SMAG vor Investoren vorzustellen, naht auch bereits: Am 8. Oktober 2026 präsentiert Feindt im digitalen Format auf der von mwb Research organisierten „Defense and Security Conference“ – gemeinsam mit bekannten Unternehmen wie TKMS, Renk, Gabler Group, secunet oder auch Frequentis. Immerhin: Eine gewisse Stabilisierung zeichnet sich im Chart von SMAG bereits ab. Auf die Beobachtungsliste gehört der im Frankfurter Scale-Segment notierte Titel allemal.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
SMAG Mobile Antenna Masts
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A42FR1
DE000A42FR12
AG
142,38 Mio. €
13.07.2026
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Foto: Magnific

