Bei seiner Präsentation auf dem Eigenkapitalforum der Deutschen Börse im November 2025 hatte Pyramid-CEO Andreas Empl die Investoren bereits eingestimmt. Demnach will sich das in den Bereichen Industrie-Server/PC, Kioskterminals und Displays tätige Unternehmen stärker auf den europäischen Kernmarkt ausrichten (siehe dazu unseren Beitrag HIER). Nun macht das Team um Andreas Empl Nägel mit Köpfen und veräußert verschiedene Töchter der Beteiligung Faytech – unter anderem in China und Indien – inklusive Verbindlichkeiten von rund 3 Mio. Euro für einen Preis von zunächst 1,25 Mio. Euro in bar an die FOAF Beteiligungsgesellschaft UG.
Dieses Vehikel ist dem Faytech-Gründer Arne Weber zuzurechnen, der im Zuge der Faytech-Akquisition vor rund vier Jahren auch in den Vorstand von Pyramid aufrückte. Dieses Amt wird Weber mit dem Verkauf der Auslandstöchter aber abgeben. Es handelt sich also um ein klassisches Management-Buy-out. Um Weber bei der Finanzierung der Transaktion entgegenzukommen, wird der Kaufpreis zunächst gestundet. Im Gegenzug wird Arne Weber seine 1,6 Millionen Pyramid-Aktien – im Wesentlichen resultieren sie aus dem damaligen Faytech-Verkauf an Pyramid – bis mindestens Ende April 2029 auf einem Treuhandkonto hinterlegen, was mit einer harten Verkaufssperre hinterlegt ist. Insofern ergibt sich aus der Transaktion zunächst einmal kein unmittelbarer Aktienüberhang. Losgelöst davon wäre ein Verkauf zum jetzigen Kurs auch ein schlechtes Geschäft für Weber.
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
0,63
58,00
91,86
76,02
68,29
76,00
90,00
EBITDA1,2
-1,18
5,70
4,16
5,41
3,38
3,25
4,50
EBITDA-Marge %3
-187,30
9,83
4,53
7,12
4,95
4,28
5,00
EBIT1,4
-1,18
5,30
-4,13
-3,46
-1,42
-1,75
-0,50
EBIT-Marge %5
-187,30
9,14
-4,50
-4,55
-2,08
-2,30
-0,56
Jahresüberschuss1
-1,18
3,90
-4,90
-5,11
-3,28
-2,90
-1,20
Netto-Marge %6
-187,30
6,72
-5,33
-6,72
-4,80
-3,82
-1,33
Cashflow1,7
-1,18
3,20
-0,73
8,64
-9,53
2,80
4,60
Ergebnis je Aktie8
-0,20
0,21
-0,22
-0,23
-0,14
-0,13
-0,05
Dividende je Aktie8
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
Direkte Auswirkungen hat der Deal aber auf die erst im Oktober 2025 kommunizierten Planungen für 2026 und 2027: Demnach rechnet Pyramid für 2026 nun mit Umsätzen zwischen 87 und 93 Mio. Euro (zuvor: 92 bis 102 Mio. Euro) sowie einem EBITDA in einer Bandbreite von 4,2 bis 4,7 Mio. Euro (zuvor: 5,0 bis 6,0 Mio. Euro). Für 2027 liegt die neue Erlösplanung bei 105 bis 120 Mio. Euro (zuvor: 115 bis 130 Mio. Euro) und einem EBITDA zwischen 5,0 und 6,0 Mio. Euro (zuvor: 6,0 bis 7,5 Mio. Euro). Zumindest auf den ersten Blick ist der aktualisierte Ausblick eher ein Rückschritt. Andererseits hat Pyramid weniger Schulden in der Bilanz und kann sich auf seine Aktivitäten in Europa konzentrieren. Unter dem Strich sollten damit die Vorteile überwiegen.
Mit großer Mehrheit sind derweil die beiden Tagesordnungspunkte auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 16. Dezember 2025 durchgegangen, so dass die geplante Kapitalherabsetzung im Verhältnis 4:1 umgesetzt werden kann. Vereinfacht ausgedrückt wird sich der Aktienkurs damit um den Faktor 4 erhöhen – bei einer freilich im gleichen Verhältnis verringerten Aktienanzahl. Neben dem psychologischen Effekt, raus aus dem Pennystock-Terrain, schaffen die Münchner damit auch die Grundlage für eine mögliche Barkapitalerhöhung. Noch gibt es diesbezüglich aber keine konkreten Aussagen.
Summa summarum bleibt es aber dabei, dass 2026 ein entscheidendes Börsenjahr für Pyramid wird. Das Anforderungsprofil ist ganz einfach: Pyramid muss liefern und den so wichtigen Großauftrag rund um KI-Server erfolgreich umsetzen. Dann wird auch des Vertrauen des Kapitalmarkts zurückkehren.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Pyramid
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A40ZWM
DE000A40ZWM7
AG
19,61 Mio. €
25.10.2006
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