Platform Group: The magic number

Knapp zwei Stunden dauerte der Kapitalmarkttag der Platform Group in Frankfurt. Dabei hatte CEO Dominik Benner gute Nachrichten im Gepäck – inklusive einer höheren Prognose für 2026.
Donnerstag, 02 Okt 2025
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The Platform Group

WKN: A40ZW8
ISIN: DE000A40ZW88
Aktienkurs

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Vielleicht ist es nur eine subjektive Wahrnehmung. Aber gefühlt mündet derzeit fast jedes unserer Gespräche mit Investoren aus dem Spezialwertebereich in der Frage nach einer Einschätzung zur Aktie der The Platform Group (TPG). Tatsächlich lässt sich vortrefflich debattieren über ein derart rasant wachsendes und ungewöhnlich breit verzweigtes Unternehmen. „Wir sind drei Dinge in einem: Ein E-Commercespezialist, ein Plattformpionier und eine Software-Company“, sagt CEO und Gründer Dominik Benner bei seiner Präsentation auf dem Kapitalmarkttag 2025 im Hotel Steigenberger Icon Frankfurter Hof. 


Das kommt in diesem Fall gut an am Kapitalmarkt, denn zeitgleich mit der mehrheitlichen Übernahme von drei Unternehmen aus dem Pharmabereich setzt Benner die Prognosen für 2026 herauf und rechnet nun mit Erlösen von rund 1 Mrd. Euro sowie einem um Sondereffekte adjustierten EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) zwischen 70 und 80 Mio. Euro. „Wir können auch in stagnierenden Märkten wachsen“, sagt Benner. Grundsätzlich spiegeln die neuen Zahlen die operativen Kennzahlen aus den jüngsten Akquisitionen wider und sind gar nicht so fürchterlich weit weg von den bisherigen Zielgrößen (> 860 Mio. Euro Umsatz und > 64 Mio. Euro bereinigtes EBITDA). Aber klar: 1 Milliarde Euro – das ist eine „magic number“, wie CFO Bjoern Minnier betont.


Dabei würde es kaum jemanden wundern, wenn die tatsächlichen Zahlen nicht noch größer werden. „Wir sehen weiterhin exzellente Konditionen auf dem M&A-Markt“, sagt Minnier. So dürfen sich Anleger wohl schon jetzt darauf einstellen, dass die jüngsten Verstärkungen aus dem Optikersegment um Unternehmen aus dem lukrativen Bereich Hörakustik ergänzt werden. Dass die Kombination aus Sehen und Hören gut funktioniert, zeigt Branchengröße Fielmann seit vielen Jahren. Gleichwohl ist wenig überraschend, dass TPG in diesem Sektor andere Schwerpunkte setzt als der MDAX-Konzern Fielmann. Die Analysten sind derweil durchweg zuversichtlich für die TPG-Aktie gestimmt und geben Kursziele von im Schnitt zwischen 16 und 20 Euro aus. Am oberen Ende würde das für einen Verdoppler reichen.




Tatsächlich sorgt der forsche Expansionskurs bei so manchem Investor aber eben auch für Zurückhaltung. Die Befürchtung ist, dass das Tempo möglicherweise einmal zulasten einer validen Prüfung der Kaufkandidaten geht. Dabei betonte Benner zuletzt erst bei einer Investorenpräsentation in Heidelberg: „Wir machen kleine Deals, die wir bei uns gut integrieren können. Das gilt auch mit Blick auf einen perspektivisch möglichen Eintritt in den so großen US-Markt: „Wir wollen kein Geld verlieren.“ Überhaupt ist das Thema Profitabilität und Finanzierung – schon allein wegen der jüngsten Übernahmen – auch auf dem Kapitalmarkttag in Frankfurt sehr präsent. So werden die neuesten Pharmazukäufe via Cash und eigenen Aktien im Wert von rund 3 Mio. Euro bezahlt, wobei die liquiden Mittel im Wesentlichen aus dem Emissionserlös der zuletzt aufgestockten Anleihe kommen.


Grundsätzlich strebt CFO Bjoern Minnier eine Verschuldung an, die maximal dem Faktor 2,3 auf das EBITDA der vergangenen zwölf Monate (LTM EBITDA) entspricht. Zum Halbjahr 2025 lag dieser Hebel bei etwa 2,0. „Wir sind sehr zuversichtlich, innerhalb unserer Guidance oder darunter zu liegen“, sagt Minnier. Per saldo hat das Team um Dominik Benner den knapp zwei Stunden dauernden Kapitalmarkttag gut gemeistert und eine valide Strategie präsentiert. Das ändert allerdings nicht zwingend etwas daran, dass die TPG-Investmentstory polarisiert. Wer sich den Titel ins Depot legt, sollte also überzeugt sein von dem Geschäftsmodell. 



Foto: Shutterstock

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Gereon Kruse ist Gründer des mehrfach preisgekrönten Finanzportals boersengefluester.de (BGFL) und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Tipp: Auf der BGFL-Unterseite Referenzen stellen wir regelmäßig vor, auf welchen Konferenzen und anderen Kapitalmarktveranstaltungen das in Frankfurt ansässige Team von boersengefluester.de gerade unterwegs ist.

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