Die Dividendensaison 204 hat noch gar nicht angefangen und trotzdem lohnt es sich vielleicht schon jetzt, einen Blick auf ein Spezialthema aus diesem Bereich zu werfen: Garantiedividenden. Ausgeschüttet werden diese vertraglich fixierten Ausschüttungen von Unternehmen, die einen sogenannten Beherrschungsvertrag mit ihrem Großaktionär abgeschlossen haben. Dabei regelt eine solche Vereinbarung – neben der Dividende – und einer Abfindungszahlung insbesondere die Gewinnabführung oder eben auch die Verlustübernahme durch den Ankerinvestor, der für diesen Schritt mindestens eine 75-Prozent-Mehrheit auf der Hauptversammlung (HV) braucht.
Überdurchschnittlich interessant ist diese Konstellation nach Auffassung von boersengefluester.de zurzeit bei Pfeiffer Vacuum. Zur kommenden HV am 5. Juli 2024 steht nämlich erstmals die Garantiedividende bzw. Netto-Ausgleichszahlung von 7,32 Euro je Aktie auf der Agenda. Bezogen auf den aktuellen Kurs von 153,40 Euro ergibt sich daraus eine attraktive Rendite von immerhin 4,8 Prozent für das in der Vakuumtechnik tätige Unternehmen. Hinzu kommt, dass der Anteilschein von Pfeiffer Vacuum trotz der engen Beziehung zum Großaktionär Busch SE – ebenfalls ein Hersteller von Vakuumpumpen – und dem Downlisting vom Prime Standard in das etwas weniger regulierte Handelssegment General Standard noch immer im SDAX notiert ist und es vergleichsweise hohe Börsenumsätze gibt. Da sind andere Spezialitäten aus dem Garantiedividenden-Bereich wesentlich illiquider.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
618,67
771,37
916,71
956,25
884,56
850,06
847,00
EBITDA1,2
66,20
114,00
150,60
144,27
95,90
134,43
107,00
EBITDA-Marge %3
10,70
14,78
16,43
15,09
10,84
15,81
12,63
EBIT1,4
45,30
93,09
119,37
108,70
57,88
90,64
65,00
EBIT-Marge %5
7,32
12,07
13,02
11,37
6,54
10,66
7,67
Jahresüberschuss1
31,59
61,99
86,35
77,05
37,71
60,51
39,00
Netto-Marge %6
5,11
8,04
9,42
8,06
4,26
7,12
4,60
Cashflow1,7
59,19
91,58
46,96
111,19
69,29
41,59
70,00
Ergebnis je Aktie8
3,20
6,28
8,75
7,81
3,82
6,13
3,95
Dividende je Aktie8
1,60
4,08
0,11
7,32
7,32
7,32
7,32
Das operative Geschäft rückt bei Unternehmen mit einem Beherrschungsvertrag aus Investorensicht zwar ein wenig in den Hintergrund. Doch es gibt definitiv eine zusätzliche Sicherheit, dass Pfeiffer Vacuum traditionell über eine sehr robuste Bilanz verfügt und trotz aller Investitionen in das künftige Wachstum solide Renditen erwirtschaftet. So rechnet CEO Britta Giesen für 2023 mit Erlösen auf einem Rekordniveau von rund 950 Mio. Euro sowie einer EBIT-Marge von etwa 12 Prozent. Das entspricht einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern von ungefähr 114 Mio. Euro, also ganz knapp unter dem Niveau von 2022. Dabei bringt das Unternehmen aus Asslar zurzeit 1.514 Mio. Euro auf die Waagschale – bei Netto-Finanzverbindlichkeiten von rund 66 Mio. Euro (inklusive Pensionsrückstellungen). Auf den ersten Blick ist das nicht unbedingt supergünstig, zumal auch Pfeiffer Vacuum unter der sich deutlich abschwächenden Konjunktur leidet.
Der anstehende Ausblick für 2024 wird also nochmals eine Bewährungsprobe. Mittelfristig sollte sich die Ertragsstärke jedoch nochmals deutlich erhöhen, so dass – für den perspektivisch denkbaren Fall eines Squeeze-outs – auch die damals ausgehandelte Ausgleichszahlung von 133,07 Euro je Aktie deutlichen Spielraum nach oben bietet. In dem boersengefluester.de-Auswahlverfahren „Permanent Screening“ hat der Titel zurzeit jedenfalls schon jetzt seinen festen Platz, weil die Aktie alle an die gestellten fundamentalen und charttechnischen Anforderungen erfüllt.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Pfeiffer Vacuum
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
691660
DE0006916604
AG
1.618,30 Mio. €
15.04.1998
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