Manche Empfehlungen wirken lange nach. So erinnert uns ein Investor auf Kapitalmarktkonferenzen seit nun einigen Jahren immer wieder daran, dass er durch boersengefluester.de auf die Nynomic-Aktie aufmerksam geworden ist. Bis hierhin alles gut. Allerdings hat die Aktie des in der optischen Messtechnik tätigen Unternehmens in zwei größeren Schüben signifikant an Wert verloren. Gemessen am All-Time-High von 56,40 Euro vom September 2021 liegt der Spezialwert um fast 80 Prozent unter Wasser. Schwere Kost für Anleger ist dabei insbesondere der nahezu dauerhafte Kursverfall seit Anfang 2024. „Es sind zwei schwere Jahre gewesen, aber wir blicken positiv nach vorn“, sagt Technikvorstand Maik Müller jetzt bei der Präsentation der Vorabzahlen für 2025 auf der Airtime-Plattform.
So kommt Nynomic für 2025 auf Erlöse von 92,6 Mio. Euro sowie ein EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von rund 2,0 Mio. Euro. Das ist alles andere als zufriedenstellend, trifft aber zumindest die zuvor nach unten angepassten Prognosen. Hoffnung macht insbesondere, dass die Effekte aus dem Optimierungsprogramm NyFit2025 im ohnehin immer wichtigen vierten Quartal bereits Wirkung gezeigt haben. Zur Einordnung: Den Aufwendungen aus NyFit2025 für Abfindungen, Berater oder auch Rechtsanwälte von etwa 1,5 Mio. Euro sollen künftig Entlastungen von knapp 5 Mio. Euro entgegenstehen. In Summe soll das für 2026 bei Erlösen zwischen 100 und 105 Mio. Euro zu einer EBIT-Marge zwischen 6 und 8 Prozent führen. In absoluten Zahlen entspricht das einem erwarteten Betriebsergebnis von 6,0 bis 8,4 Mio. Euro. „Die Zahlen sind ziemlich belastbar. Diesmal haben wir eine deutlich bessere Sicht auf das Jahr“, sagt Müller mit Blick auf die gute Resonanz bei den aktuellen Kundengesprächen.
Aber klar: Am Ende müssen die Aufträge verbindlich bei dem Unternehmen aus Wedel westlich von Hamburg eintreffen. Wesentlicher Treiber sind dabei die Kunden aus den Bereichen Halbleiter, Pharma und Gesundheit oder auch Gasmesstechnik. Hochinteressant sind für Finanzvorstand Fabian Peters aber auch Anwendungen in dem momentan so dynamischen Defencesektor. „In diesen Bereich wollen wir noch stärker rein“, sagt Peters. Vielleicht gut zu wissen: Geschäftsbeziehungen mit dem ebenfalls in Wedel ansässigen und vor kurzem an die Börse (Prime Standard) gegangenen Vincorion SE – einem Anbieter von Energie- und Mechatroniklösungen für den militärischen Einsatz – gibt es nicht. Tatsächlich sind die Überschneidungen auch gar nicht so groß, wie man als Anleger vielleicht denken könnte.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
78,56
105,08
116,79
117,99
102,42
92,60
103,00
EBITDA1,2
11,43
17,00
19,18
20,22
15,51
7,00
12,50
EBITDA-Marge %3
14,55
16,18
16,42
17,14
15,14
7,56
12,14
EBIT1,4
7,97
12,99
15,08
15,43
7,39
2,00
7,15
EBIT-Marge %5
10,15
12,36
12,91
13,08
7,22
2,16
6,94
Jahresüberschuss1
5,18
9,52
9,95
10,53
-0,27
-0,15
3,90
Netto-Marge %6
6,59
9,06
8,52
8,92
-0,26
-0,16
3,79
Cashflow1,7
6,37
17,83
9,68
3,17
7,79
6,80
7,70
Ergebnis je Aktie8
0,83
1,37
1,26
1,47
-0,10
-0,02
0,51
Dividende je Aktie8
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
Umso intensiver diskutiert wird in Spezialwertekreisen derzeit das Potenzial der Nynomic-Beteiligung LayTec aus Berlin. Das Unternehmen ist mit seinen speziellen Messsystemen unter anderem ein bedeutender Zulieferer des im Halbleiterbereich tätigen Anlagenherstellers Aixtron. Tatsächlich lieferte ein technisch sehr versiert geschriebener Blogbeitrag auf der Onlineplattform Substack zuletzt den Impuls für den signifikanten Kursanstieg der vergangenen Tage. Wie bedeutend der wirtschaftliche Impact von LayTec in den kommenden Jahren tatsächlich werden kann, bleibt abzuwarten. Technologisch steckt in dem Blogbeitrag aber viel Wahrheit, wie der Nynomic-Vorstand auf dem Investoren-Call bestätigte.
Losgelöst von der Portion Extra-Kursfantasie aus der 100-Prozent-Tochter LayTec muss Nynomic in den kommenden Quartalen erst einmal operativ liefern, bevor über potenzielle Bewertungsfantasien diskutiert werden kann. Auf der Airtime-Veranstaltung zeigte sich das Unternehmen diesbezüglich aber zuversichtlich. „Es würde uns schon sehr wundern, wenn 2027 keine zweistelligen EBIT-Margen möglich sein sollten“, sagt Peters. Und sobald sich das Umfeld wieder aufhellt, ist auch anorganisches Wachstum wieder ein Thema. „Wir sehen für Messtechnik weiter ein immenses Potenzial“, betont Peters. Bis spätestens Ende Mai soll der Geschäftsbericht für 2025 vorliegen. Last but not least hofft boersengefluester.de, dass auf den kommenden Kapitalmarktkonferenzen in Frankfurt (Frühjahrskonferenz), Hamburg (HIT) und auch München (MKK) wieder positiver über die Performance der Nynomic-Aktie gesprochen wird – und die aktuell so irre Volatilität im Chart wieder Normalmaß annimmt.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Nynomic
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A0MSN1
DE000A0MSN11
AG
68,49 Mio. €
02.07.2007
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Foto: Freepik
