Streng genommen hat sich nichts daran geändert: Die Aktie von Mountain Alliance ist in erster Linie eine Wette auf den Exit der Beteiligung an der Sprachschule Lingoda. Sollte der Deal über die Bühne gehen, könnte der Verkaufserlös für das noch im Portfolio befindliche Lingoda-Restpaket von 6,7 Prozent mehr als 20 Mio. Euro ausmachen. Das entspricht beinahe der gesamten Marktkapitalisierung von Mountain Alliance. Allerdings hat diese Spekulation mittlerweile schon mehr als einen Drei-Tage-Bart bekommen. Und auch bei seiner Präsentation auf den Hamburger Investorentagen (HIT) lehnt sich Vice-Chairman Daniel Wild mit einer Timingprognose zurück.
Nun: Sollte einer der Bestandsaktionäre – Leadinvestor ist Summit Partners – Mountain Alliance ein gutes Angebot auch für einen Teilverkauf machen, wäre das wohl eine gangbare Option. „Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das irgendwann komplett verkauft wird“, sagt Daniel Wild. Charmant wäre ein zeitnaher Lingoda-Exit aber nicht nur wegen der dann aufkeimenden Fantasie um eine Sonderdividende. Noch interessanter sind aus Anlegersicht die dann signifikant größeren Finanzierungsspielräume für weitere Investments im Defencesektor. Mit Abstand wichtigstes Investment von Mountain Alliance ist hier die auf Raketensysteme und Drohnen spezialisierte Destinus Group. Getuschelt wird in Finanzkreisen schon jetzt über ein vermutlich für 2027 geplantes IPO zu einer Zielbewertung von möglicherweise 5 Mrd. Euro. Damit könnte der ursprüngliche Einsatz von rund 2 Mio. Euro von Mountain Alliance aus dem Frühjahr 2026 vergleichsweise schnell um einen Faktor von etwa sechs steigen.
Ein offener Punkt ist dann freilich, ob Destinus auch als notierte Gesellschaft seinen Platz im Depot der Münchner behalten wird: „Ich würde dafür plädieren, sich im ersten Jahr nach dem Börsengang komplett von Destinus zu trennen“, sagt Wild auf der HIT-Präsentation. Immerhin bräuchten Anleger dann nicht mehr das Vehikel Mountain Alliance, um zumindest indirekt von der Entwicklung bei Destinus zu profitieren, sondern könnten direkt in die Destinus-Aktie investieren. Noch ist hierzu aber keine finale Entscheidung gefallen. Sehr viel valider abschätzbar ist derweil, dass Mountain Alliance nach Destinus, MindGuard und dem namentlich noch genannten Engagement bei einer auf unbemannte Überwachungs- und Aufklärungssysteme spezialisierten Gesellschaft mit Headquarter in UK noch im September ein viertes Investment aus dem militärischen Sektor kommunizieren wird.
Damit aber nicht genug. „Wir gehen davon aus, bis Jahresende noch mindestens ein weiteres großes Defence gemacht zu haben. Dann sind wir bei fünf Companys im Defence-Tech-Bereich“, sagt Daniel Wild. Für Kursfantasie ist also gesorgt, auch weil es aus dem bisherigen Portfolio noch im laufenden Jahr noch bis zu zwei Exits geben könnte – so jedenfalls die erklärte Zielsetzung. Der enorme Abstand von fast 50 Prozent zum Substanzwert von zuletzt 5,33 Euro sollte in den kommenden Quartalen also zunehmend eingeengt werden. Geeignet ist der Titel schon aufgrund der mitunter enormen Volatilität jedoch nur für sehr risikofreudige Anleger. Gut zu wissen aber auf jeden Fall, was derzeit bei Mountain Alliance alles in Bewegung ist.
INVESTOR-INFORMATIONEN
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Mountain Alliance
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A12UK0
DE000A12UK08
AG
22,63 Mio. €
21.12.2010
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Foto: Magnific (mit KI erzeugt)

