Da gibt es nichts zu meckern: Der Aktienchart von M1 Kliniken sieht richtig gut aus und hat erstmals seit Mitte 2024 wieder die Marke von 20 Euro übersprungen. Fundamental hat sich bei dem Unternehmen durch den Anfang des Jahres erfolgten Verkauf des wenig margenträchtigen Pharmahandelsgeschäfts – damals gebündelt in der Haemato Pharm GmbH – an die Phoenix Group derweil einiges getan. Erstmals sichtbar sind die Effekte in dem jetzt vorgelegten Halbjahresbericht 2026: So fielen die Umsatzerlöse um satte 58,3 Prozent auf knapp 76,60 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb dabei mit 15,65 Mio. Euro (Vorjahr: 17,98 Mio. Euro) weitgehend stabil. Eine klare Folge der Konzentration auf das renditestarke Geschäft mit medizinisch-ästhetischen Schönheitsbehandlungen.
Bereinigt um die buchhalterischen Effekte aus dem Haemato-Deal wäre das EBIT im ersten Halbjahr 2026 um 9,5 Prozent auf 19,70 Mio. Euro vorangekommen. Noch interessanter ist jedoch der Blick in die Kapitalflussrechnung, zumal die Berliner sich mit Informationen zu den Konditionen der Haemato-Transaktion bislang vornehm zurückgehalten haben. Demnach wird der Cashflow aus der Investitionstätigkeit von zum Halbjahr 22,66 Mio. Euro ganz wesentlich durch die Position „Einzahlungen aus Abgängen des Finanzanlagevermögens“ in Höhe von 26,7 Mio. Euro geprägt. Zur Einordnung: Für 2025 stand das Handelsgeschäft für Erlöse von 262,32 Mio. Euro sowie ein EBIT von 6,22 Mio. Euro. Insgesamt dürfte die Transaktion für M1 Kliniken jedenfalls lukrativer gewesen sein, als boersengefluester.de es bislang vermutet hatte. Selbst wenn sich in der Gewinn- und Verlustrechnung keine unmittelbaren Effekte finden.
Offen ist derweil auch, wie es mit der 85-Prozent-Beteiligung an der formal delisteten Haemato AG, die nach der Hauptversammlung am 7. Juli 2026 in M1 Aesthetics AG umfirmiert wurde, weitergeht. Letztlich passt dieser Name ja deutlich besser zum aktuellen Geschäftsmodell der Berliner als M1 Kliniken. Schließlich betreibt das Unternehmen – abgesehen von der M1 Schlossklinik in Berlin – sehr viel eher sogenannte „Fachzentren für ästhetische und plastische Medizin“, als dass es ein klassischer Klinikbetreiber ist. Losgelöst davon kommt der Ausblick für das Gesamtjahr 2026 durchaus positiv daher, auch wenn es an quantitativen Zahlen mangelt. Die Rede ist lediglich von einem „signifikanten Wachstum“ im Zwischenbericht.
Umso konkreter die nochmal bestätigten Zielsetzungen bis 2029 mit Erlösen von 200 bis 300 Mio. Euro sowie einer nachhaltigen EBIT-Marge von mindestens 20 Prozent. Zur Einordnung: Derzeit kommt M1 Kliniken auf einen Börsenwert von knapp 377 Mio. Euro – bei einer kräftig gestiegenen Netto-Liquidität von zuletzt mehr als 60 Mio. Euro. Das ist nicht übermäßig ambitioniert, aber eben auch ein Ausdruck der engmaschigen Firmenstruktur mit der MPH Health Care AG als Großaktionär mit einem Anteil von 66,3 Prozent.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
M1 Kliniken
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A0STSQ
DE000A0STSQ8
AG
376,67 Mio. €
14.09.2015
Kaufen
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
159,59
314,61
285,29
316,32
339,18
364,30
145,00
EBITDA1,2
8,89
17,82
15,41
21,01
31,96
39,44
36,00
EBITDA-Marge %3
5,57
5,66
5,40
6,64
9,42
10,83
24,83
EBIT1,4
4,41
12,13
9,35
15,70
26,75
34,56
32,00
EBIT-Marge %5
2,76
3,86
3,28
4,96
7,89
9,49
23,70
Jahresüberschuss1
7,43
10,88
7,07
11,67
17,79
24,10
25,00
Netto-Marge %6
4,66
3,46
2,48
3,69
5,25
6,62
18,52
Cashflow1,7
9,54
15,68
20,77
7,81
30,55
37,95
39,00
Ergebnis je Aktie8
0,37
0,45
0,22
0,54
0,85
1,19
1,24
Dividende je Aktie8
0,00
0,00
0,00
0,50
0,50
1,20
0,60
Foto: Magnific

