Ein paar Formalitäten wie der Eintrag ins Handelsregister stehen noch aus. Dann kann die Börsenstory von Innok Robotics endlich starten. Präsentiert hat sich der Hersteller von autonomen Robotersystemen für den Transport von Lasten, die Bewässerung von Gärtnereien oder auch Friedhöfen sowie für Überwachungszwecke via Kameras bereits Anfang Oktober auf dem IIF International Investmentforum. Mitte November ist Innok auf der von GBC veranstalteten MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz – wenig später geht es dann nach Frankfurt zum Eigenkapitalforum der Deutschen Börse AG. Spätestens nach diesen beiden Konferenzen sollte das Unternehmen den Investoren aus der Smallcap-Szene ein Begriff sein. Boersengefluester.de hat daher schon jetzt die Gelegenheit für ein Vorstandsgespräch mit CEO und Gründer Alwin Heerklotz sowie Finanzvorstand Michael Hanselmann genutzt.
Zunächst die Formalien: Die 2012 gegründete hat für ihr Listing im Düsseldorfer Freiverkehr die Variante eines Reverse-IPOs gewählt und vitalisiert dabei die Börsenhülle des Yggdrasil SPAC 1. Die dafür notwendigen Beschlüsse wurden auf der Hauptversammlung (HV) am 21. Oktober 2026 gefasst. „Wir sind in eine starke Wachstumsphase eingetreten“, begründet Alwin Heerklotz die Motivation, gerade jetzt an den Kapitalmarkt zu gehen. Nachdem die Gesellschaft 2022 in die Serienproduktion für ihre Transportroboter eingestiegen ist, nimmt das Geschäft nun ordentlich Tempo auf. Für das laufende Jahr rechnet Innok mit einem Anstieg der Umsatzerlöse von 2,40 auf rund 5,30 Mio. Euro. Für Kapitalmarktverhältnisse ist das noch winzig klein. Doch das in Regenstauf nördlich von Regensburg ansässige Unternehmen will hoch hinaus und hat sich bis spätestens 2030 das ambitionierte Ziel von 100 Mio. Euro Umsatz gesetzt. „Die Sales-Pipeline zieht massiv an“, sagt CFO Michael Hanselmann und ergänzt: „Ab 2028 planen wir mit einem positiven operativen Cashflow.“
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
0,00
0,00
1,03
1,44
1,50
2,40
5,30
EBITDA1,2
0,00
0,00
-0,81
-1,16
-1,09
-0,98
-1,60
EBITDA-Marge %3
0,00
0,00
-78,64
-80,56
-72,67
-40,83
-30,19
EBIT1,4
0,00
0,00
-0,83
-1,31
-1,46
-1,56
-2,50
EBIT-Marge %5
0,00
0,00
-80,58
-90,97
-97,33
-65,00
-47,17
Jahresüberschuss1
0,00
0,00
-0,95
-1,48
-1,64
-1,69
-2,60
Netto-Marge %6
0,00
0,00
-92,23
-102,78
-109,33
-70,42
-49,06
Cashflow1,7
0,00
0,00
-0,93
-1,33
-1,27
-1,11
-1,65
Ergebnis je Aktie8
0,00
0,00
-0,09
-0,14
-0,16
-0,16
-0,25
Dividende je Aktie8
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
Treiber auf dem Weg Richtung 100 Mio. Euro sind Themen wie der Ausbau des Vertriebs, eine Forcierung der Partnerstrategie sowie die Internationalisierung. Zudem sollen Produktinnovationen – etwa Roboter mit einer höheren Zugkraft – weitere Anwendungsfelder öffnen. „Wir agieren in einem ungesättigten Markt. Das heißt: Limitationen sind nur interne Ressourcen und die Vertriebskapazität“, sagt Alwin Heerklotz. Dabei bewegt sich Innok grundsätzlich in einem extrem zersplitterten Markt mit vermutlich rund 300 Anbietern, die irgendwie ähnliche Lösungen anbieten. Nun: In der Spezialdisziplin von Innok, dem Einsatz der Roboter auch außerhalb von ebenen Hallenböden, ist das Wettbewerbsumfeld sehr viel übersichtlicher. Vergleichbare Produkte bieten etwa die auf kleine Fahrzeuge spezialisierte Capra Robotics aus Dänemark oder auch der US-Anbieter Cartken an. Rein börsentechnisch zählen aber natürlich auch die deutschen Flurförderzeughersteller Jungheinrich sowie die Kion Group zur Peergroup – auch wenn sie größentechnisch in einer ganz anderen Liga spielen.
Umso bemerkenswerter, dass Innok-Roboter bereits bei Konzernen wie BASF, Siemens oder K+S zum Einsatz kommen. Was die Produktion angeht, setzt Innok auf ein Asset-Light-Modell via Auftragsfertiger. Die eigenen Kapazitäten reichen derweil für 150 bis 200 Roboter pro Jahr. Derzeit eher kein Thema sind mögliche Akquisitionen, um dem 100-Millionen-Euro-Ziel näher zu kommen. „Momentan läuft die Planung, das aus eigener Kraft zu schaffen“, sagt Alwin Heerklotz. Erwartungsgemäß bedeckt hält sich das Vorstandsteam mit Blick auf potenzielle Kapitalmaßnahmen zur Finanzierung des weiteren Wachstums, zumal das Listing über die Mantelgesellschaft zunächst kein frisches Kapital zuführt. Der Deal ist zunächst einmal nur die Sacheinlage der Innok Robotics GmbH gegen die Ausgabe von etwas mehr als 10 Millionen Aktien. Man muss aber kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass ein junges Unternehmen wie Innok auch deshalb an die Börse geht, um Wachstumskapital zu generieren. „Wir haben jetzt einen schlanken Weg gefunden, die Vorteile des Kapitalmarkts zu nutzen – ohne zu viele Ressourcen zu binden. Im nächsten Schritt werden wir schauen, wie wir diese Optionen nutzen können“, sagt CFO Michael Hanselmann.
Veröffentlicht ist mittlerweile auch eine 51 Seiten umfassende Coverage-Studie der Analysten von GBC aus Augsburg mit Kursziel 15 Euro. Zur Einordnung: Auf Basis des aktuellen Aktienkurses von 6,20 Euro kommt Innok auf einen Börsenwert von knapp 64 Mio. Euro. Um das zu rechtfertigen und darüber hinaus noch weiteres Kurspotenzial zu generieren, muss die Gesellschaft in den kommenden Jahren kontinuierlich liefern. Gut zu wissen in diesem Zusammenhang ist aber auch, dass die Einbringung der Innok Robotics auf Basis eines Bewertungsgutachtens der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft MSW durchgeführt wurde, in dem für die Gesellschaft ein Unternehmenswert von 94,60 Mio. Euro ermittelt wurde. Der entsprechende Einbringungswert beträgt somit 9,50 Euro je Aktie.
Im Hintergrundgespräch mit boersengefluester.de macht das Management zunächst einmal einen kompetenten sowie angenehm unaufgeregten Eindruck und kommt nicht als Lautsprecher daher. Für eine nachhaltige Einschätzung der operativen Perspektiven ist es aber noch zu früh. Wir werden die operative Entwicklung aber kontinuierlich begleiten. Immerhin handelt es sich bei den Transportrobotern um eine aussichtsreiche Mixtur aus Hardware, Software und KI-Anwendungen.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Innok Robotics Group
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A3EVV1
DE000A3EVV13
AG
63,70 Mio. €
21.10.2026
Beobachten
Foto: Innok Robotics AG, (Transportroboter Induros)


