HMS Bergbau: „Das werden wir schon zeigen“

HMS Bergbau ist operativ klar auf Kurs und profitiert von starkem Wachstum im Handelsgeschäft sowie den künftig margenstarken Minenaktivitäten. Der jüngste Kursrutsch erscheint vor diesem Hintergrund überzogen, zumal die fundamentale Bewertung attraktiv und die Analysten-Kursziele deutlich höher liegen. Wir fassen die Highlights des H1-Investorencalls zusammen.
Donnerstag, 08 Okt 2026
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Aktien-Coverage

HMS Bergbau

WKN: 606110
ISIN: DE0006061104
Aktienkurs

36,50 €

(-1.62%)

 

Schreckmoment für die Aktionäre von HMS Bergbau: Anfang Oktober – kurz nach Veröffentlichung des finalen Halbjahresberichts 2026 – knickte der Aktienkurs des Rohstoffhändlers und Minenbetreibers plötzlich ein und rutschte von 38 Euro bis unter die Marke von 34 Euro. Dabei brachte der H1-Report keine wirklich unangenehmen Überraschungen, zumal die wesentlichen Eckdaten schon seit Mitte August bekannt waren. Aber wie es eben so ist an der Börse: Durch die Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IFRS, einen auf den ersten Blick vielleicht nicht zu 100 Prozent plausiblen Ausblick und auch gewisse Unsicherheiten zum Stand der gerade in den Betrieb gegangenen Minenaktivitäten in Botswana (Maatla Resources) und Südafrika (Hoshoza Resources) waren einige Investoren eben doch verunsichert.


Dabei ist HMS Bergbau grundsätzlich voll auf Kurs und zeigt stattliche Zuwächse für Umsatz und Ergebnis. Umso wichtiger die jetzt erfolgte Einordnung der Fakten auf einem virtuellen Investoren-Call auf der Airtime-Plattform. „Wir dachten, die Ergebnisse würden von allein überzeugen“, räumt CEO Dennis Schwindt gleich zu Beginn der am Ende gut 60 Minuten dauernden Veranstaltung ein. So kletterten die Erlöse durch den Ausbau des Geschäfts mit Schmier- und Flüssigbrennstoff für Schiffe, dem sogenannten Bunker-Trading, sowie das allgemein hohe Preisniveau für Kohle im ersten Halbjahr 2026 um rund 74 Prozent auf 1.119,00 Mio. Euro. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) machte im selben Zeitraum einen Satz von 8,44 auf 22,47 Mio. Euro. Inkludiert sind hier allerdings einmalige positive Bewertungseffekte von 8,4 Mio. Euro aus der Konsolidierung von Hoshoza Resources. Bereinigt um diesen Sonderposten hätte das EBITDA zum Halbjahr bei rund 14,10 Mio. Euro gelegen.


Kursentwicklung 2 Jahre
HMS Bergbau Kurs: 36,50


Boersengefluester.de erfasst aus allen Geschäftsberichten unter anderem die wichtigsten Kennzahlen aus GuV, Bilanz und Kapitalflussrechnung. Zudem erstellen wir eigene Prognosen zu den wesentlichen Eckdaten der Unternehmen – inklusive Ergebnis je Aktie und Dividende.
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
Umsatzerlöse1 267,08 427,74 971,91 1.296,20 1.363,72 1.224,45 2.040,00
EBITDA1,2 5,49 5,58 15,35 15,66 20,07 60,06 55,00
EBITDA-Marge %3 2,06 1,31 1,58 1,21 1,47 4,91 2,70
EBIT1,4 2,41 5,41 14,98 15,36 19,39 59,51 51,00
EBIT-Marge %5 0,90 1,27 1,54 1,19 1,42 4,86 2,50
Jahresüberschuss1 2,81 3,20 10,39 12,44 13,25 54,79 31,00
Netto-Marge %6 1,05 0,75 1,07 0,96 0,97 4,48 1,52
Cashflow1,7 5,33 15,35 -1,23 9,98 8,54 -32,48 35,00
Ergebnis je Aktie8 0,62 0,71 2,29 2,74 2,89 12,06 6,70
Dividende je Aktie8 0,00 0,04 0,77 0,92 1,05 1,10 1,25

Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt



Gut zu wissen: Für das Gesamtjahr 2026 taxiert Schwindt den möglichen positiven Sondereffekt aus der Einbeziehung von Hoshoza auf circa 20 Mio. Euro. Dennoch bleibt abzuwarten, ob sich die gesamte Summe bereits 2026 materialisieren lässt oder Teile noch in die beiden ersten Monate 2027 fallen. „Wir befinden uns momentan in einem Bohrprogramm. Das Gelände und die Ressourcen, die wir bisher ausweisen, sind noch längst nicht vollständig erkundet“, sagt Schwindt und schiebt die alte Bergbau-Weisheit nach: „Vor der Hacke ist es duster.“ Soll heißen: Man weiß vorab nie, was wirklich im Untergrund steckt. Daher auch der Hinweis, dass kleinere Verzögerungen beim Hochlauf der Produktion ganz normal sind. Insgesamt stehen die Berliner aber zu all ihren Prognosen. Sehr viel wichtiger als die einmaligen buchhalterischen Effekte sind ohnehin die Ertragsperspektiven der beiden Minen-Projekte. Und die könnten durchaus bei 8 bis 12 Mio. Euro jährlichem EBITDA-Beitrag pro Mine liegen, wie Schwindt auf dem Airtime-Call verrät – ohne dies als offizielle Prognose zu werten.


Die eigentliche Kernbotschaft an dieser Stelle ist jedoch, dass die Mining-Aktivitäten umsatztechnisch zwar bei weitem nicht an das erlösstarke traditionelle Handelsgeschäft mit Kohle und Flüssigbrennstoff heranreichen werden, dafür künftig aber ungleich höhere Renditen abwerfen. Ansonsten zeigen sich in der Bilanz die üblichen Effekte des deutlich ausgeweiteten Geschäftsvolumens in Form höherer Forderungen und Verbindlichkeiten. Für HMS Bergbau aber ein weiterhin gut planbares Business: „Unsere Forderungen sind im Handelsgeschäft durch die Banken abgesichert und im Bunker-Trading zusätzlich noch versichert. Das heißt, wir haben da auf der Kundenseite kein Ausfallrisiko“, sagt CFO Jens Moir.


Summa summarum hält boersengefluester.de den jüngsten Kursrücksetzer für überzogen und eine gute Einstiegschance. Der aktuelle Börsenwert beträgt knapp 168 Mio. Euro – bei Netto-Finanzverbindlichkeiten von rund 54 Mio. Euro. Demnach wird die Gesellschaft auf schuldenfreier Basis derzeit nur mit dem knapp 4,5-fachen des für 2026 in Aussicht gestellten EBITDA von 50 Mio. Euro bewertet. Klammert man die 20 Mio. Euro an bilanziellem Sondereffekt in der Ergebnisprognose aus, liegt die Relation von Enterprise Value zu EBITDA bei rund 6,3. Auch das ist ein absolut geerdeter Wert. Das Umsatzziel für 2026 setzt CEO Dennis Schwindt derweil bei „2 Milliarden Euro plus“ an: „Das werden wir schon zeigen.“


Ebenfalls positiv für die Performance der Aktie sollte zudem sein, dass das zweite Halbjahr bei HMS Bergbau in der Regel ergebnisseitig stärker ist. Die Kursziele der Analysten bewegen sich mit 85 Euro (mwb Research) und 89 Euro (Montega) jedenfalls signifikant oberhalb der aktuellen Notiz. Geeignet ist der vergleichsweise volatile Dividendentitel in erster Linie für erfahrene Anleger. Last but not least hat das Vorstandsteam die Börsenlektion verstanden. Beim nächsten Reporting wird es direkt einen Investoren-Call geben, wie Dennis Schwindt versichert.


Um die Handlungs-Einschätzung und Bewertung der Aktie auf eine möglichst breite Basis zu stellen, bietet boersengefluester.de eine große Zahl an fundamentalen Kennzahlen sowie chartechnischen Angaben zur Performance des jeweiligen Titels.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
HMS Bergbau
WKN ISIN Rechtsform Börsenwert IPO Einschätzung Hauptsitz
606110 DE0006061104 AG 167,56 Mio. € 08.12.2008 Kaufen
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Foto: Magnific (KI-generiert)

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Gereon Kruse ist Gründer des mehrfach preisgekrönten Finanzportals boersengefluester.de (BGFL) und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Tipp: Auf der BGFL-Unterseite Referenzen stellen wir regelmäßig vor, auf welchen Konferenzen und anderen Kapitalmarktveranstaltungen das in Frankfurt ansässige Team von boersengefluester.de gerade unterwegs ist.

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