Die Analysten von Montega haben nochmals nachgelegt und ihr Kursziel für die Aktie von HMS Bergbau von 81 auf 85 Euro heraufgesetzt. Normalerweise keine große Sache. Insbesondere, weil das Vorstandsteam von HMS Bergbau zuletzt mit Montega in München und Zürich auf Roadshow war und Anfang Februar zudem auch noch auf den ebenfalls von Montega organisierten Hamburger Investorentagen (HIT) präsentiert hat. Ein Termin, den auch boersengefluester.de für ein Hintergrundgespräch mit CEO Dennis Schwindt und CFO Jens Moir genutzt hat. Immerhin ist – insbesondere auch was die Investor-Relations-Aktivitäten angeht – in den vergangenen 15 Monaten mehr passiert als in all den Jahren seit der Notizaufnahme im Dezember 2008.
Jüngste Highlights waren die Platzierung der am Ende auf 70 Mio. Euro aufgestockten Unternehmensanleihe, der Einstieg in den Handel mit Schiffstreibstoffen und Schmierstoffen (HIER), der Produktionsstart der eigenen Kohlemine in Botswana (HIER) und – ganz neu – der mehrheitliche Erwerb des südafrikanischen Bergbauunternehmens Hoshoza Resources Vryheid (HRV). „Diese Erweiterung unserer Geschäftsaktivitäten über den reinen Kohlehandel hinaus sichert uns beste Marktzugänge und exklusive Abnahmeverträge. So sind wir zukunftssicher aufgestellt und können Kunden weltweit passgenau mit den Rohstoffen beliefern, die sie benötigen. Gleichzeitig steigern wir unsere Profitabilität deutlich“, sagt Vorstand Schwindt. Bereits für 2026 ist dem Vernehmen nach aus der Förderung und Vermarktung der Kohle mit einem positiven EBITDA-Beitrag im einstelligen Millionen-Euro-Bereich zu rechnen.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
267,08
427,74
971,91
1.296,20
1.363,72
1.500,00
1.800,00
EBITDA1,2
5,49
5,58
15,35
15,66
20,07
22,00
37,00
EBITDA-Marge %3
2,06
1,31
1,58
1,21
1,47
1,47
2,06
EBIT1,4
2,41
5,41
14,98
15,36
19,39
20,60
35,50
EBIT-Marge %5
0,90
1,27
1,54
1,19
1,42
1,37
1,97
Jahresüberschuss1
2,81
3,20
10,39
12,44
13,25
13,60
20,00
Netto-Marge %6
1,05
0,75
1,07
0,96
0,97
0,91
1,11
Cashflow1,7
5,33
15,35
-1,23
9,98
8,54
11,00
19,00
Ergebnis je Aktie8
0,62
0,71
2,29
2,74
2,89
2,95
4,35
Dividende je Aktie8
0,00
0,04
0,77
0,92
1,05
1,10
1,25
Ansonsten lässt sich Finanzvorstand Moir aber auch im Einzelgespräch auf dem HIT keine Details entlocken und verweist auf die aktuellen Analystenstudien von Montega. Nun: Die Hamburger sehen tatsächlich enorme Potenziale und rechnen für 2026 mit einem EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von fast 41 Mio. Euro – nach 23,4 Mio. Euro für 2025. Die Prognosen von boersengefluester.de liegen noch leicht darunter. Wir warten zunächst einmal die Vorlage des Geschäftsberichts Ende Juni 2026 ab. Interessant aus Investorensicht ist aber noch eine andere Sache: Seit jeher ist der vergleichsweise illiquide Börsenhandel in der HMS-Aktie ein Manko für Investoren. Offiziell befinden sich 23,36 Prozent der Aktien im Streubesitz, der Rest befindet sich über diverse Vehikel im Besitz der Familie Schernikau.
Wie zu hören ist, gibt es derzeit Überlegungen, einen Anteil von womöglich 2 bis 3 Prozent der Familie bei Investoren zu platzieren. Ein Feedback, dass boersengefluester.de nun schon mehrfach gespiegelt wurde. Für den Aktienkurs muss so eine kleine Platzierung freilich keine schlechte Nachricht sein – im Gegenteil. Und da Kapital ohnehin der entscheidende Wachstumshebel für HMS Bergbau ist, halten wir perspektivisch auch eine Kapitalerhöhung oder ein anderes Finanzierungsinstrument für denkbar. Das Interesse der Anleger an der Investmentstory ist vorhanden. Fehlt eigentlich nur noch das Upgrade aus dem Freiverkehr in ein höheres Marktsegment. Hierzu gibt es derzeit aber keine konkreten Überlegungen, wie uns der Vorstand auf dem HIT in Hamburg verrät.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
HMS Bergbau
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
606110
DE0006061104
AG
209,33 Mio. €
08.12.2008
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Foto: Freepik

