Ende November 2025 hat sich die HausVorteil AG mit einem Listing im Münchner Spezialsegment m:access an den Kapitalmarkt gewagt. Genutzt haben die beiden Vorstände Dirk Hotopp (Vertrieb und Marketing) sowie Sören Ploschke (Finanzen und Recht) dabei auch die große Bühne des zeitgleich stattfindenden Deutschen Eigenkapitalforums in Frankfurt. Gruppenpräsentation plus jede Menge Einzelgespräche mit Investoren und der Finanzpresse – unter anderem auch mit boersengefluester.de. Das volle Programm, um die Aktie des auf verschiedene Verkaufsvarianten sowie Erbbaurechtslösungen von Immobilien spezialisierten Unternehmens auch in der Finanzszene bekannter zu machen.
Konkret geht es darum, Immobilieneigentümern Liquidität zur Verfügung zu stellen, ohne dass diese aus ihrer gewohnten Umgebung ausziehen müssen. Im Fachsprech ist von Equity-Release-Modellen die Rede. „Demografische Trends und gesetzliche Modernisierungsanforderungen erhöhen den Liquiditätsbedarf. Zudem erschwert die Wohnimmobilienkreditrichtlinie älteren Eigentümern den Zugang zu Bankkrediten, was Alternativen begünstigt“, sagt Dirk Hotopp. Folgerichtig hat sich HausVorteil von der anfänglichen Fokussierung auf Teilkaufmodell mit Nießbrauch zu einem Multiproduktanbieter entwickelt, was insbesondere die Attraktivität für die so wichtigen B2B-Partner deutlich steigert.
Insgesamt ein Themenkomplex von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Trotzdem tut sich die Aktie in den ersten Monaten noch eher schwer am Kapitalmarkt. Das liegt zu einem maßgeblichen Teil daran, dass sich der Börsenwert von zurzeit knapp 40 Mio. Euro für Investoren nur schwer herleiten lässt. Schließlich ist das 2021 gegründete Unternehmen noch vergleichsweise jung und kann somit erst einen überschaubaren Trackrecord vorweisen, von einem aussagenkräftigen Konzernreporting ganz zu schweigen. Entsprechend müssen Investoren darauf vertrauen, dass das m:access-Listing die Vorstufe für eine erfolgreiche Ausweitung der Refinanzierungskapazitäten über die bislang dominierende Bankschiene ist. „Das ist unser Flaschenhals“, sagt CFO Sören Ploschke auf dem Eigenkapitalforum und stellt neben weiteren Bankfinanzierungen die Emission einer Anleihe im Volumen von bis zu 8 Mio. Euro in Aussicht.
Konkrete Pläne für eine Barkapitalerhöhung liegen zwar noch nicht in der Schublade, gehören grundsätzlich aber natürlich zum Finanzierungsrepertoire eines börsennotierten Unternehmens. Um die Kapitalmarktpräsenz zu intensivieren, steht womöglich sogar ein Duallisting an der Nasdaq Nordic an. 2026 wird also ein richtungsweisendes Jahr für HausVorteil. Dabei baut der Vorstand auf innovative Offerten wie das Produkt FlexFokus, welches das klassische Erbbaurecht um zusätzliche Handlungsoptionen ergänzt. Kunden erhalten die Möglichkeit, das Grundstück nach einer Vertragslaufzeit von drei bis zehn Jahren zurückzukaufen oder gemeinsam mit der Immobilie zu veräußern. In beiden Fällen endet der Erbbaurechtsvertrag automatisch. Dem Vernehmen nach entscheiden sich mehr als die Hälfte der Erbbaurechtskunden von HausVorteil für diese Variante.
Für einen signifikanten Antrieb im Aktienkurs reichen solche eher soften Produktmeldungen freilich nicht aus. Umso wichtiger, dass die Hamburger ihre kommunizierten Planungen für Umsatz und Ergebnis vor Steuern im laufenden Jahr erreichen. Und die sehen für 2026 einen Gewinn vor Steuern zwischen 0 und 1,6 Mio. Euro vor – bei einem Basisszenario von 0,7 Mio. Euro. Nicht inkludiert sind hierbei freilich mögliche positive Effekte aus der Wertsteigerung des Portfolios – sprich die aufgebauten stillen Reserven. Ein wichtiger Aspekt bei der Bewertung der HausVorteil-Aktie, der momentan womöglich unterschätzt wird. Die Analysten von Parmantier & Cie. haben Anfang Dezember 2025 ein Research mit Kursziel 31 Euro erstellt.
INVESTOR-INFORMATIONEN
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HausVorteil
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A31C22
DE000A31C222
AG
39,92 Mio. €
26.11.2025
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