DFV Deutsche Familienversicherung: Dividende schiebt an

Offiziell ist die Aktie der Deutschen Familienversicherung schon seit geraumer Zeit gelistet. Im Hamburger Freiverkehr findet aber weiter ein Handel statt. Kursrelevante Neuigkeiten gibt insofern, weil zur Hauptversammlung am 2. Juni 2026 die Ausschüttung einer Dividende von 0,34 Euro je Aktie auf der Agenda steht.
Montag, 04 Mai 2026
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DFV Deutsche Familienversicherung

WKN: 0A41YH3
ISIN: DE000A41YH38
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Ziemlich ruhig geworden ist es am Kapitalmarkt um die Ende November 2024 offiziell delistete Aktie der DFV Deutsche Familienversicherung. Gelegentlich sehen wir CEO Stefan Knoll noch in Frankfurt. Das ist allerdings schon allein deshalb nicht verwunderlich, weil die Redaktion von boersengefluester.de und der Firmensitz der Familienversicherung nur rund 200 Meter voneinander entfernt liegen. Bei unserem jüngsten kleinen Plausch ging es direkt um die am 2. Juni 2026 stattfindende Hauptversammlung (HV) – als Präsenzveranstaltung vor Ort in den Geschäftsräumen im Frankfurter Westend. Interessant ist die HV insbesondere deshalb, weil auf der Tagesordnung eine Dividende von 0,34 Euro je Aktie steht. Bezogen auf den aktuellen Kurs von 8,70 Euro ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 3,9 Prozent.


Für Knoll ist das schon allein deshalb ein Meilenstein, weil er die Entwicklung der Deutschen Familienversicherung zu einem dividendenfähigen Unternehmen während der Zeit als Prime-Standard-Gesellschaft ins Zentrum der Kommunikation rückte. Nun: Mit dem damals – nicht nur für uns – überraschenden Delistingvorstoß mögen sich viele Dinge verschoben haben. Das Thema Dividende bleibt aber unberührt – selbst wenn die Aktie nur noch im Hamburger Freiverkehr (ohne aktives Zutun der DFV) gehandelt wird. Und auch hier wird das handelbare Material immer überschaubarer. Zum Jahresende 2025 befinden sich laut Geschäftsbericht nur noch 6,61 Prozent der Anteile im Streubesitz. Nochmals leicht aufgestockt hat Ankerinvestor Luca Pesarini, der nun 40,42 Prozent der Anteile hält. Mitgründer Stefan Knoll sind 19,57 Prozent der Stimmen zuzurechnen.




Wer sonst noch mit an Bord ist, soll für die Frankfurter künftig noch transparenter sein. Auf der HV-Agenda steht nämlich die Umstellung von Inhaber- auf Namensaktien. Beschlossen wurde dieser Punkt eigentlich schon auf der HV im Jahr 2025, bislang aber nicht umgesetzt. Dem Vernehmen nach, weil die BaFin die Genehmigung hierzu – sowie anderer kleinerer Satzungsänderungen – erst im Februar 2026 erteilt hat. Nun also der zweite Anlauf diesbezüglich. Losgelöst davon hat das Unternehmen im vergangenen Jahr ihr Ergebnis nach Steuern von minus 19,27 Mio. Euro auf plus 9,34 Mio. Euro gedreht. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass der heftige Verlust für 2024 signifikant durch die damalige Umstellung von IFRS auf HGB und im Zuge dessen nicht mehr benötigte Spezialsoftware für die Rechnungslegung, die Ausbuchung latenter Steuereffekte sowie Anpassungen von Rückversicherungsprogrammen geprägt war. Das um sämtliche Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Steuern für 2024 lag bei 5,70 Mio. Euro – verglichen mit 10,1 Mio. Euro für 2025. Das verbleibende Delta für die Ergebnisverbesserung hängt derweil im Wesentlichen an den positiven Effekten aus Beitragsanpassungen, geringeren Marketingaufwendungen und Umstrukturierungen bei Rückversicherungen.


Per saldo alles auch abzulesen an dem 2025 von 6,36 auf 11,51 Mio. Euro verbesserten operativen Cashflow. Für das laufende Jahr stellt CFO Karsten Paetzmann ein Ergebnis vor Steuern zwischen 5 und 8 Mio. Euro in Aussicht. Keine Frage: Das allgemeine wirtschaftliche Umfeld könnte fragiler kaum sein, da stehen für die DFV so elementare Posten wie die Zahnzusatzversicherung oder eine Auslandskrankenpolice bei einigen Kunden bestimmt zur Disposition. Andererseits besteht für den Vorstand nach dem Delisting keine unmittelbare Motivation mehr, mit einer sportlichen Prognose dem Kapitalmarkt so gut es geht zu gefallen.


Anleger, die den Titel noch im Depot haben, sollten für unser Empfinden engagiert bleiben. Wichtig ist, dass mögliche Käufe und Verkäufe immer mit Limits versehen werden. Immerhin ist der Markt supereng geworden – mit entsprechend heftigen Kursschwankungen im Chart. Gespannt ist boersengefluester.de insbesondere, ob es in der aktuellen Handelskonstellation weitergeht oder ob die Frankfurter, in welcher Konstellation der Aktionärsstruktur auch immer, auf die finale Strukturmaßnahme – sprich einen Squeeze-out – zusteuern. 



Foto: boersengefluester.de

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Gereon Kruse ist Gründer des mehrfach preisgekrönten Finanzportals boersengefluester.de (BGFL) und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Tipp: Auf der BGFL-Unterseite Referenzen stellen wir regelmäßig vor, auf welchen Konferenzen und anderen Kapitalmarktveranstaltungen das in Frankfurt ansässige Team von boersengefluester.de gerade unterwegs ist.

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