Im Zwischenbericht für die ersten sechs Monate 2026 spricht der Basler-Vorstand von einem „starken und ermutigenden Signal“. Gemeint ist die operative Entwicklung der vergangenen Monate, die den Anbieter von Spezialkameras für den industriellen Einsatz dazu veranlasst, die Prognosen für 2026 nochmals anzuheben. Demnach rechnet CEO Hardy Mehl nun mit Erlösen zwischen 270 und 290 Mio. Euro und einer EBIT-Marge in einer Bandbreite von 12,5 bis 14,5 Prozent. Im Mittel würde das auf ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von knapp 38 Mio. Euro hinauslaufen. Bestenfalls könnten es auch rund 42 Mio. Euro werden, wobei die Analysten ohnehin eher vom oberen Bereich ausgehen.
Zur weiteren Einordnung: Ins Jahr gestartet war Basler mit einer Umsatzerwartung von 232 bis 257 Mio. Euro – bei einer EBIT-Marge zwischen 6,5 und 10,0 Prozent. Im Mai – mit der Vorlage des Zwischenberichts für die ersten drei Monate 2026 – hatte das Unternehmen den Ausblick für das Gesamtjahr dann auf Erlöse zwischen 247 und 270 Mio. Euro und eine operative Marge in einem Korridor von 9,5 bis 13,0 Prozent heraufgesetzt. Mit anderen Worten: Im Vergleich zur ursprünglichen Vorschau ist die mittlere EBIT-Erwartung für 2026 jetzt um rund 20 Mio. Euro auf beinahe das Doppelte gestiegen. Nicht zu vergessen, dass Basler – nach den schwierigen und verlustreichen Jahren 2023 und 2024 – die Prognosen für 2025 bereits zweimal angehoben hatte. Ebenso beachtlich ist, dass der Free Cashflow in den ersten sechs Monaten 2026 von 2,3 auf 12,9 Mio. Euro kletterte. Das Ergebnis je Aktie stieg von 0,21 auf 0,77 Euro.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
170,46
214,73
272,20
203,10
183,72
224,54
284,00
EBITDA1,2
34,57
44,53
45,77
1,70
10,01
34,90
57,00
EBITDA-Marge %3
20,28
20,74
16,82
0,84
5,45
15,54
20,07
EBIT1,4
20,06
28,36
28,93
-21,90
-10,08
17,69
40,00
EBIT-Marge %5
11,77
13,21
10,63
-10,78
-5,49
7,88
14,08
Jahresüberschuss1
15,11
20,76
21,36
-13,81
-13,77
11,63
26,00
Netto-Marge %6
8,86
9,67
7,85
-6,80
-7,50
5,18
9,15
Cashflow1,7
37,32
25,33
12,40
4,23
14,64
30,13
34,00
Ergebnis je Aktie8
0,50
0,69
0,71
-0,45
-0,45
0,38
0,83
Dividende je Aktie8
0,19
0,21
0,14
0,00
0,00
0,11
0,15
Ein derart ausgeprägtes fundamentales Comeback ist auch am Kapitalmarkt nicht unentdeckt geblieben. Nach dem zyklischen Tief vom November 2024 mit Kursen von nur noch leicht über 5 Euro ist die Basler-Aktie zwischenzeitlich bis auf oberhalb von 30 Euro geklettert. Damit liegt der Titel zwar noch immer deutlich unter dem im November 2021 erreichten Rekordhoch von etwa mehr als 58 Euro – trotzdem ist die Performance natürlich super. Insofern ist es auch nicht übermäßig verwunderlich, dass der Chart zuletzt in einer Spanne zwischen 25 und 30 Euro konsolidierte, zumal auf etwa diesem Niveau auch die jüngsten Kursziele der Analysten angesiedelt sind. Dabei hängen auch die Ahrensburger im globalen Gefüge. So weist Basler darauf hin, dass die hohe Nachfrage nach Halbleitern und Elektronikkomponenten den Druck auf die Lieferketten im zweiten Quartal verstärkt hat und es sogar zu punktuellen Engpässen kam.
Zudem im H1-Report auch das jüngste Erdbeben in Japan thematisiert: „Infolge des Ereignisses musste Sony, einer unserer wichtigsten Lieferanten für Bildsensoren, die Produktion in einem dort ansässigen Werk vorübergehend einstellen. Nach aktuellem Kenntnisstand rechnen wir infolge dieses Ereignisses mit geringeren Produktionsvolumina in den Monaten September und Oktober.“ Nun: Angesichts des zum Halbjahr um 59 Prozent auf rund 180 Mio. Euro gestiegenen Auftragseingangs blickt der Basler-Vorstand zuversichtlich nach vorn – und hat sich letztlich ja auch für die nochmalige Prognoseerhöhung entschieden.
Inklusive der Netto-Finanzverschuldung von zuletzt rund 10 Mio. Euro bringt es Basler momentan auf einen Unternehmenswert (Enterprise Value) von etwas mehr als 840 Mio. Euro. Das entspricht beinahe dem Faktor 15 auf das für 2026 von boersengefluester.de erwartete EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Das ist schon ein anspruchsvolles Multiple. Andererseits spiegelt dies das enorme operative Momentum wider. Schließlich steuert der Automatisierungsspezialist nun bereits 2026 auf die eigentlich erst für 2028 avisierten Ziele von rund 275 Mio. Euro Umsatz und einer EBIT-Marge von mindestens 13 Prozent zu. Wer den Titel im Depot hat, sollte vorerst engagiert bleiben. Ende August präsentiert der Vorstand auf den von Montega veranstalteten Hamburger Investorentagen (HIT). Boersengefluester.de wird vor Ort sein.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Basler
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
510200
DE0005102008
AG
833,18 Mio. €
23.03.1999
Halten
Foto: Magnific


