Eine interessante Investmentstory trotz eines schwachen Ausblicks für 2026: Der Spezialmaschinenhersteller Aumann ist ein Beispiel dafür, wie auch diese Kombination für Anleger zusammenpasst. So rechnet CEO Sebastian Roll für das laufende Jahr erneut mit einem kräftigen Umsatzrückgang auf rund 160 Mio. Euro. Gegenüber dem Vergleichswert von 2025 entspricht das einem Rückgang von immerhin 21,5 Prozent. Verglichen mit 2024 liegt die Gesellschaft damit um fast 50 Prozent zurück. In erster Linie eine Folge des mauen Geschäfts rund um die Elektromobilität. Zwar steuert Aumann mit seinen Maschinen rund um die Wickeltechnologie oder Beschichtungslösungen mittlerweile verstärkt andere Branchen wie Luftfahrt, Life Science oder auch Cleantech an. Doch noch stehen die Anwendungen für weniger als 20 Prozent der Konzernerlöse.
Mit Blick auf das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) peilt Aumann für 2026 eine Marge zwischen 6 und 8 Prozent (Vorjahr: 13,8 Prozent) an. Im Mittel läuft das auf ein operatives Ergebnis von etwa 11,5 Mio. Euro hinaus – nach einem EBITDA von 28,2 Mio. Euro für 2025. Zu berücksichtigen ist hier jedoch, dass die Vorjahreszahlen allein durch die Auflösung von Rückstellungen für Gewährleistungen, Nachlaufkosten und Optionsprogramme in Höhe von rund 8 Mio. Euro positiv beeinflusst wurden. Der zu erwartende Ergebnisrückgang wird dadurch also deutlich überzeichnet. Gleichwohl bleibt es dabei, dass der Transformationsprozess in Richtung neue Anwendungen vorerst noch nicht die nötige Schwungkraft hat, um Aumann auf ein vernünftiges Ergebnisniveau zu hieven – auch wenn die grundsätzliche Richtung stimmt.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
172,83
161,13
215,27
289,61
312,35
203,99
160,00
EBITDA1,2
-13,61
-2,88
8,73
20,65
35,80
28,22
11,50
EBITDA-Marge %3
-7,88
-1,79
4,06
7,13
11,46
13,83
7,19
EBIT1,4
-19,75
-7,88
2,57
15,15
29,45
21,57
4,80
EBIT-Marge %5
-11,43
-4,89
1,19
5,23
9,43
10,57
3,00
Jahresüberschuss1
-18,33
-6,16
0,99
9,58
21,51
15,67
4,00
Netto-Marge %6
-10,61
-3,82
0,46
3,31
6,89
7,68
2,50
Cashflow1,7
3,66
14,73
28,71
41,95
19,20
38,36
12,00
Ergebnis je Aktie8
-1,20
-0,37
0,11
0,64
1,47
1,17
0,30
Dividende je Aktie8
0,00
0,00
0,10
0,20
0,22
0,25
0,10
Punkten kann die Gesellschaft aus dem Verbund der Beteiligungsgesellschaft MBB (u. a. Friedrich Vorwerk, Delignit und Aumann) dafür umso mehr in Form der Bilanzqualität. Inklusive der Pensionsrückstellungen weist Aumann für 2025 eine Netto-Liquidität von etwas mehr als 137 Mio. Euro aus – entsprechend 10,62 Euro je Aktie. Damit ist der aktuelle Aktienkurs von 12,80 Euro zu mehr als 80 Prozent durch Cash abgedeckt. Eine höchst ungewöhnliche Relation. Eher zu vernachlässigen ist in diesem Kontext beinahe die zur Hauptversammlung am 28. August 2026 vorgeschlagene Dividende von 0,25 Euro. Dabei bringt es Aumann auf dem aktuellen Kursniveau auf eine Dividendenrendite von knapp 2 Prozent.
Sichtbar wird die günstige Bewertung der Aumann-Aktie auch am Eigenkapital von zuletzt 14,88 Euro je Aktie – entsprechend einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von knapp 0,86. Mit anderen Worten: Die Aktie wird zurzeit mit einem Abschlag von fast 14 Prozent auf den Buchwert gehandelt. Auf Sicht von fünf Jahren wurde Aumann im Schnitt mit einem KBV von 0,98 bewertet. Bezogen auf die vergangenen neun Jahre ergibt sich nach Berechnungen von boersengefluester.de sogar ein Premium in Form eines KBV von 1,15. Und da sind die Kursexzesse auch dem IPO-Jahr 2017 im streng regulierten Handelssegment Prime Standard noch gar nicht mitgezählt.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Aumann
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A2DAM0
DE000A2DAM03
AG
165,34 Mio. €
24.03.2017
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Foto: Freepik
