Knapp drei Monate nach dem IPO im Frankfurter Handelssegment Prime Standard strotzt ASTA Energy Solutions nur so vor Kraft. Mit der Vorlage des Geschäftsberichts für 2025 ist der Aktienkurs des Herstellers von Drillleitern und Roebelstäben aus Kupfer für den Einsatz in Hochleistungsgeneratoren zwischenzeitlich auf ein All-Time-High von 53,40 Euro gestiegen – nach einem Ausgabekurs von 29,50 Euro Ende Januar 2026. Parallel dazu ist der Börsenwert des aus Österreich stammenden Unternehmens auf 756 Mio. Euro gestiegen. Für die beteiligten Investoren wie Siemens Energy und allen voran den Unternehmer Michael Tojner eine tolle Performance bislang – und die Story geht weiter. „Wir haben einen unglaublich stark wachsenden Markt vor uns“, sagt CEO Karl Schäcke mit Blick auf die Effekte aus der globalen Erweiterung der Stromnetze.
Treiber der Entwicklung sind unter anderem Hochleistungsrechenzentren für KI-Anwendungen sowie der allgemeine Trend zur Elektrifizierung. Jedenfalls sind die Kapazitäten von ASTA weitgehend ausgelastet, so dass die Erlöse aus dem Börsengang von brutto rund 125 Mio. Euro insbesondere in den weiteren Ausbau der Produktion fließen. Gute Nachricht dabei: Der Hochlauf des Standorts in Bosnien-Herzegowina verläuft nach Plan, die Kapazitäten in China fährt das Unternehmen ebenfalls hoch. Für 2025 zeigt ASTA Energy ein höher als gedachtes Umsatzplus von 8,3 Prozent auf 695,81 Mio. Euro. Die für das Unternehmen eigentlich relevante Erlöskennzahl sind derweil die Net-Value-Sales, die um 16,8 Prozent auf 146,50 Mio. Euro gestiegen sind. Wesentlicher Unterschied zu den klassischen Umsatzerlösen ist, dass hier die an den Kunden weitergereichten Kupferpreise herausgerechnet werden.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
0,00
0,00
479,59
567,28
642,65
695,81
794,00
EBITDA1,2
0,00
0,00
37,88
25,07
35,50
47,82
58,50
EBITDA-Marge %3
0,00
0,00
7,90
4,42
5,52
6,87
7,37
EBIT1,4
0,00
0,00
29,70
15,03
25,65
47,82
48,00
EBIT-Marge %5
0,00
0,00
6,19
2,65
3,99
5,87
6,05
Jahresüberschuss1
0,00
0,00
7,82
-2,81
4,81
30,08
35,00
Netto-Marge %6
0,00
0,00
1,63
-0,50
0,75
4,32
3,53
Cashflow1,7
0,00
0,00
40,71
37,49
31,12
37,27
33,00
Ergebnis je Aktie8
0,00
0,00
0,54
-0,19
0,33
2,07
2,40
Dividende je Aktie8
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
Beim EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) kommt ASTA für 2025 auf 47,82 Mio. Euro (Vorjahr: 35,50 Mio. Euro). Ein Resultat, das CFO Daniela Klauser zum Börsengang auch in dieser Größenordnung avisiert hatte. Deutlich höher als von boersengefluester.de vermutet ist indes der Gewinn nach Steuern von 30,08 Mio. Euro – nach 4,81 Mio. Euro im Jahr zuvor. Positiv ausgewirkt haben sich insbesondere die Aktivierung von latenten Steuern auf Verlustvorträge. Jedenfalls zeigt ASTA für 2025 sogar einen kleinen Steuerertrag. Im Medien-Call weist Daniela Klauser jedoch darauf hin, dass ASTA künftig mit Steuerquoten zwischen 20 und 25 Prozent kalkuliert. Zudem ist das in der Bilanz für 2025 ausgewiesene Eigenkapital von knapp 84 Mio. Euro längst Makulatur, da hier die Erlöse aus dem Börsengang Anfang 2026 noch gar nicht inkludiert sind.
So liegt das Eigenkapital nach Aussagen von Daniela Klauser mittlerweile oberhalb von 200 Mio. Euro. Entsprechend hat sich durch die IPO-Einnahmen auch die bisherige Netto-Finanzverschuldung von 56,6 Mio. Euro in eine deutliche Netto-Liquidität gedreht. Für das laufende Geschäftsjahr peilt die Gesellschaft Umsatzerlöse von mehr als 790 Mio. Euro, Net-Value-Sales oberhalb von 170 Mio. Euro sowie ein um mögliche Sondereffekte bereinigtes EBITDA zwischen 55 und 59 Mio. Euro an. „Wir wollen hier eher am oberen Ende performen“, sagt CEO Schäcke und sieht ASTA vor einem „unglaublichen Wachstumsprogramm, das sehr gut abgesichert ist“. Dividenden spielen angesichts des strammen Investitionsprogramms mit Free Cashflows im Bereich einer schwarzen Null (Free Cashflow 2025: 14,1 Mio. Euro) erst einmal keine Rolle. Erst ab 2029 sind Ausschüttungen für CFO Daniela Klauser ein Thema.
Der kleine Dividendenmalus kratzt allerdings nicht wirklich an der Investmentstory von ASTA Energy Solutions. Und auch die Relation des um die Netto-Liquidität bereinigten Unternehmenswerts zum erwarteten EBITDA für 2026 ist mit einem Faktor von rund 10,5 noch einigermaßen im grünen Bereich. Das normale KGV für 2027 liegt auf Basis der Schätzungen von boersengefluester.de bei etwas mehr als 18. Das ist nicht wenig, lässt angesichts der starken operativen Perspektiven aber weiter ausreichend Luft nach oben. „Wir sind sehr gut ins Jahr gestartet und werden so weitermachen“, sagt Vorstandschef Schäcke. Planungssicherheit geben dabei Langfristverträge mit klangvollen Kunden wie Siemens Energy und GE Vernova.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
ASTA Energy Solutions
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A4214T
AT100ASTA001
AG
756,34 Mio. €
30.01.2026
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Foto: Freepik
