Am 22. Mai 2026 – knapp vier Monate nach dem IPO – war es soweit: Erstmals überhaupt kletterte der Börsenwert von ASTA Energy Solutions über die Marke von 1.000 Mio. Euro. Verglichen mit der Marktkapitalisierung von 612 Mio. Euro zum Handelsstart entspricht das einem Plus von deutlich mehr als 60 Prozent. Anleger, die das Glück hatten und bei der Emission Stücke zum Ausgabepreis von 29,50 Euro ins Depot gebucht bekommen haben, liegen sogar um fast 145 Prozent vorn. Viel rasanter kann die Performance einer Neuemission kaum sein. Sofern die Handelsliquidität ausreicht, hat der Hersteller von Drillleitern und Roebelstäben aus Kupfer für den Einsatz in Hochleistungsgeneratoren damit gute Chancen, demnächst einen Platz im SDAX zu bekommen. Regelmäßige Leser von boersengefluester.de kennen die Wachstumsstory des Unternehmens aus Oed (Österreich) mit Listing im Frankfurter Börsensegment Prime Standard bereits (HIER).
Der jetzt vorgelegte Zwischenbericht von ASTA Energy Solutions für die ersten drei Monate 2026 ist aber schon deshalb ein Update wert, weil in der Bilanz nun erstmals die Effekte aus dem Börsengang sichtbar sind. So ist das Eigenkapital von zuvor knapp 84 Mio. auf nun gut 217 Mio. Euro gestiegen. Zudem haben die Emissionserlöse von brutto rund 125 Mio. Euro dafür gesorgt, dass die Gesellschaft nun eine Netto-Liquidität von fast 39 Mio. Euro ausweist. „Durch das IPO hat sich unsere finanzielle Flexibilität deutlich erhöht“, sagt CFO Daniela Klauser im Analystencall zu den Q1-Zahlen. Tatsächlich war die knapp 60 Minuten dauernde Veranstaltung eine Demonstration der operativen Stärke. Volle Auftragsbücher, namhafte Kunden wie Siemens Energy – mit dem DAX-Konzern hat ASTA seine Zusammenarbeit zuletzt sogar vorzeitig bis Ende 2032 verlängert – oder GE Vernova sowie ein vorteilhafter Produktmix spielen dem Unternehmen als Zulieferer für die Umsetzung der Energiewende in die Karten.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
0,00
0,00
479,59
567,28
642,65
695,81
794,00
EBITDA1,2
0,00
0,00
37,88
25,07
35,50
47,82
59,50
EBITDA-Marge %3
0,00
0,00
7,90
4,42
5,52
6,87
7,50
EBIT1,4
0,00
0,00
29,70
15,03
25,65
47,82
48,00
EBIT-Marge %5
0,00
0,00
6,19
2,65
3,99
6,87
6,05
Jahresüberschuss1
0,00
0,00
7,82
-2,81
4,81
30,08
35,00
Netto-Marge %6
0,00
0,00
1,63
-0,50
0,75
4,32
4,41
Cashflow1,7
0,00
0,00
40,71
37,49
31,12
37,27
33,00
Ergebnis je Aktie8
0,00
0,00
0,54
-0,19
0,33
2,07
2,40
Dividende je Aktie8
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
„Wir sind mit viel Momentum in das Jahr gestartet“, sagt CEO Karl Schäcke. So kletterten die Umsätze in den ersten drei Monaten 2026 um 15,3 Prozent auf 196,40 Mio. Euro. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) kam merklich überproportional dazu um 42,6 Prozent auf 14,56 Mio. Euro voran. Das um die Aufwendungen für den Börsengang von 2,59 Mio. Euro bereinigte EBITDA beziffert ASTA Energy auf 17,2 Mio. Euro. Nach Steuern steht ein von 648.000 Euro auf 6,27 Mio. Euro verbesserter Überschuss. Für das Gesamtjahr bestätigt der Vorstand ausdrücklich die Prognose, wonach bei Erlösen von mehr als 790 Mio. Euro mit einem adjustierten EBITDA in einer Bandbreite von 55 bis 59 Mio. Euro zu rechnen ist. Selbst wenn ASTA Energy grundsätzlich das obere Ende der Spanne anpeilt, sieht das – zumindest vor dem Hintergrund der Q1-Zahlen – nach einer konservativen Vorschau aus.
Allerdings weist Finanzvorstand Daniela Klauser darauf hin, dass man die Zahlen der ersten drei Monate nicht linear auf das Gesamtjahr hochrechnen dürfe. Unter Berücksichtigung von üblichen Wartungsintervallen und sonstigen Stillständen wäre eher 10,5 bis 11,0 Monate ein geeigneter Skalierungsmaßstab. Nun: Selbst dann wäre ein adjustiertes EBITDA leicht oberhalb von 60 Mio. Euro für das Gesamtjahr 2026 eine realistische Annahme. Hinweis in eigener Sache: In unserer Kennzahlentabelle geben wir stets die berichteten Ergebnisse und nicht die adjustierten Daten an.
Bleibt die Frage der Bewertung der ASTA-Aktie. Beim aktuellen Kurs von 71,60 Euro beträgt der Enterprise Value (Börsenwert minus Netto-Liquidität) knapp 981 Mio. Euro. Das entspricht mehr als dem 16-fachen des für 2026 zu erwartenden EBITDA – ein stattliches Multiple. Anleger sollten also mindestens auf die für 2027 zu erwartenden Ergebnisse schauen, um noch immer ein einigermaßen komfortables Gefühl mit ihrem Investment zu haben. Andererseits ist das operative Momentum extrem stark – und das sollte auf absehbare Zeit auch so bleiben. Zudem betont CEO Karl Schäcke am Ende der digitalen Analystenkonferenz: „ASTA setzt sich nachdrücklich dafür ein, Shareholder Value zu schaffen.“
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
ASTA Energy Solutions
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A4214T
AT100ASTA001
AG
1.019,37 Mio. €
30.01.2026
Halten
Foto: Magnific

