Ein wenig Fortune war sicher auch dabei: Immerhin hatte 2G Energy am ersten Tag der Hamburger Investorentage (HIT) Anfang Februar 2026 mit der Auftaktpräsentation im großen Vortragsraum „Planten & Blomen“ einen extrem günstigen Slot. Trotzdem ist es natürlich auch so, dass sich momentan überdurchschnittlich viele Anleger für die weitere operative Entwicklung des Herstellers von dezentralen Kraftwerken interessieren. Um es kurz zu machen: Die in Deutsch gehaltene Präsentation von CFO Friedrich Pehle gehörte nach Einschätzung von boersengefluester.de zu den am besten besuchten Veranstaltungen überhaupt auf dem Februar-HIT.
Nun: Verglichen mit dem Vortrag von Pehle auf dem Deutschen Eigenkapitalforum vom November 2025 gibt es – abgesehen von den kürzlich kommunizierten Zahlen zum Auftragseingang für das vierte Quartal – gar nicht so viele echte Neuigkeiten. Und trotzdem sieht es so aus, als wenn 2G Energy nach dem kleinen Durchhänger für 2025 im laufenden Jahr vor superspannenden Entwicklungen steht. Am meisten interessieren sich die Investoren dabei unverändert für den aktuellen Stand bezüglich der Ausschreibungen für die Stromversorgung von Rechenzentren. „Wir sind mit steigender Intensität in einer ganzen Reihe von Gesprächen“, sagt Pehle und verrät, dass es um „Ticketgrößen von 100 MW aufwärts“ geht.
Die Erwartungshaltung der Münsterländer ist, dass es im ersten Halbjahr 2026 zu Beauftragungen kommen sollte. Mit Blick auf die Dimension dieser Ausschreibungen hätten die Aufträge Laufzeiten von sechs bis zwölf Quartalen – sind also echte Langläufer. Entsprechend dieser zeitlichen Streckung hätte 2G Energy auch die Kapazitäten für mehrere solche Orders. An den Rahmenbedingungen hierzu hat sich nichts geändert. „Die verlässliche Verfügbarkeit von Strom ist das wichtigste Kriterium für den Bau von Rechenzentren. Entsprechend gibt es einen substanziellen Nachfrageüberhang“, sagt Pehle. Losgelöst davon zählt 2G Energy zu den Profiteuren der Ausschreibungen für Gaskraftwerke, die als Kapazitätsreserve für künftig Dunkelflauten gedacht sind. Da das Angebot an Gasturbinen komplett leergefegt ist, gewinnen die Gasmotoren von 2G beinahe automatisch an Attraktivität. „Das ist der Türöffner für uns“, sagt Pehle in Hamburg.
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben; Zahlen für 2026 geschätzt
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
Umsatzerlöse1
246,73
266,35
312,63
365,07
375,61
390,00
465,00
EBITDA1,2
20,11
21,87
26,63
34,30
41,11
40,00
54,70
EBITDA-Marge %3
8,15
8,21
8,52
9,40
10,95
10,26
11,76
EBIT1,4
16,45
17,93
21,96
27,64
33,35
29,50
46,50
EBIT-Marge %5
6,67
6,73
7,02
7,57
8,88
7,56
10,00
Jahresüberschuss1
11,96
12,64
16,37
17,99
23,67
22,50
31,80
Netto-Marge %6
4,85
4,75
5,24
4,93
6,30
5,77
6,84
Cashflow1,7
9,79
8,86
4,98
11,72
53,35
36,00
41,00
Ergebnis je Aktie8
0,68
0,71
0,91
1,00
1,32
1,25
1,77
Dividende je Aktie8
0,11
0,12
0,14
0,17
0,20
0,22
0,25
Aufgelöst haben sich auch die Effekte aus der verzögerten Genehmigung des Biomassepakets in Deutschland. Jedenfalls ziehen die Auftragseingänge hier spürbar an. Kein Wunder, denn durch die politisch gesetzten Anreize sind Biogasprojekte wirtschaftlich nun wieder deutlich interessanter. „Da kommt erheblich was auf uns zu“, gibt sich Pehle optimistisch. Gute Geschäfte verspricht sich 2G Energy auch weiterhin mit der Ukraine, zumal Blockheizkraftwerke dort die ideale Lösung zur Sicherung und dem Wiederaufbau der Energieinfrastruktur sind. Anleger sollten hier jedoch im Hinterkopf behalten, dass das Ukraine-Geschäft ziemlich volatil ist und an diversen Fördertöpfen hängt. Enorme Chancen versprechen auch zwei andere Treiber: die auf den US-Markt zugeschnittenen Demand-Response-Aggregate, von denen 2G Energy im laufenden Jahr vermutlich rund 100 Einheiten absetzen sollte, sowie das neu aufgebaute Programm um Großwärmepumpen.
Folgerichtig bleibt es auch bei der bereits bekannten Planung für 2026, die bei Umsätzen zwischen 440 und 490 Mio. Euro eine EBIT-Marge von 9,0 bis 11,0 Prozent vorsieht. Für 2027 gibt es noch keine offiziell kommunizierte Guidance. Der Vorstand rechnet aber mit einer anhaltend positiven Entwicklung. Die Kursziele der Analysten rücken zwar immer näher. Doch angesichts der guten Rahmendaten ist boersengefluester.de zuversichtlich, dass der Titel sein langfristiges Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft hat. Das Interesse an der 2G-Aktie ist jedenfalls groß – das haben die von Montega veranstalteten Hamburger Investorentage einmal mehr gezeigt.
INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
2G Energy
WKN
ISIN
Rechtsform
Börsenwert
IPO
Einschätzung
Hauptsitz
A0HL8N
DE000A0HL8N9
AG
650,33 Mio. €
31.07.2007
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Foto: boersengefluester.de (Präsentation von 2G Energy-CFO Friedrich Pehle (rechts) auf dem HIT im Februar 2026)
